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Halbzeit beim Feuerwehrneubau: Ein Glückstädter Unternehmen trägt dazu bei, dass der Bau zügig voranschreitet.

Freuen sich über die sichtbaren Fortschritte (v. li. n.re.): Das Team von Meiners Elektrotechnik Jan-Hendrik Steenbock, Sophie Andresen und Lars Claussen (Projektleiter Meiners Elektrotechnik, verantwortlich für die Elektroarbeiten), Bauherrin Britta Henze, Fabian Leichinger (Projektleiter G-TEC Ingenieure GmbH, verantwortlich für die Haustechnik) und Bauleiter Dipl. Ing. Melf Petersen (Butzlaff-Tewes, verantwortlich für den Hochbau). ©Brockmüller

Die Dimensionen des Projektes sind mittlerweile klar erkennbar. Bauherrin Britta Henze und Bauleiter Melf Petersen sind zufrieden, dass der Rohbau zeitgerecht fertig wurde und schauen frohen Mutes nach vorn. „Wir hoffen“, so Petersen, „dass wir termingerecht im Herbst 2026 fertig sind. Mit dem Hauptgebäude sind wir im Zeitplan, mit den Hallen hängen wir etwas hinterher, aber das ist händelbar.“

Europaweite Ausschreibungen als Herausforderung

„Es gibt“, erklärt Bauleiter Melf Petersen, „immer wieder Herausforderungen, die man nicht vorhersehen kann. Ausschreibungen sind ein grundsätzliches Problem, weil alle Gewerke europaweit ausgeschrieben werden müssen und letztlich der Preis das Kriterium mit dem höchsten Gewicht ist. Die gegebenen Einflussmöglichkeiten sind durchaus gering und man sieht sich immer wieder mit der Frage konfrontiert was für ein Unternehmen man am Ende bekommt. Gewerke die nicht mitarbeiten, nicht rechtzeitig informieren, wenn es zu Verzögerungen kommt, oder auftauchende Fragen nicht klären, führen immer wieder zu unvorhergesehenen Verzögerungen.

Der Projektleiter der Erdbaufirma zu Beginn der Bauarbeiten war leistungswillig aber nicht fähig, weil die Mitarbeiter, die er eingeplant hatte, ständig für andere Baustellen abgezogen wurden. Der Gerüstbauer erwies sich als ausgesprochen unkooperativ und hat uns vor große Probleme gestellt, weil er nicht wie vereinbart geliefert hat. Der Fassadenbauer, der den Zuschlag erhalten hat, kommt aus Schweden – hat aber europaweit gute Bewertungen erhalten. Das müssen wir abwarten.“

Umso größer die Freude, dass mit der Fa. Meiners ein Glückstädter Unternehmen den Zuschlag für die Elektroarbeiten bekommen hat. Die regionale Verbundenheit zahlt sich positiv aus.

Termin- und Budgetplanung

Eine zusätzliche, von außen kommende Belastung, ist nach wie vor der Ukraine-Krieg, in dessen Folge es europaweit zu Lieferengpässen und hohen Kostensteigerungen für Baumaterialien gekommen ist. Auf die Frage, inwiefern der Bau angesichts der Widrigkeiten in Zeitplan und Budget steht, gibt Bauherrin Britta Henze zur Antwort, dass Handwerker und Materialien heute nicht mehr wie früher von Beginn bestellt werden können. „Abweichend von den meisten öffentlichen Bauten“, so Henze, „schreiben wir – bedingt durch die lange Bauzeit – sukzessive aus. Um ein Beispiel zu nennen: Der Maler, den ich ansonsten im Mai 2024 bestellt hätte, kann sich unmöglich zwei Jahre an seine Preise binden. Stattdessen werden die zeitnah anstehenden Gewerke ausgeschrieben, beauftragt und bestellt. Das hat im Großen und Ganzen bis jetzt gut funktioniert. Ich bin zuversichtlich, den gesteckten Rahmen halten zu können.“

Bedeutung der Elbquerung für die neue Wehr

Neben der Freiwilligen Feuerwehr wird auch die hauptamtliche Tunnelwehr in dem Gebäude untergebracht. Sollte die geplante Elbquerung wider Erwarten nicht kommen, wird dies der Stadt, laut Britta Henze, nicht zum Nachteil gereichen. Die neue Wehr ist so geplant, dass mit wenig Aufwand Büros, z. B. für die Verwaltung, dort hineingesetzt werden können. Und zwar auf „absolut modernsten Stand, maßgeschneidert für alle Bedürfnisse und zukunftsorientiert“.

Weil es in der Wache eine Notstromersatzanlage gibt, wird auch der Server des Rathauses in der Wache untergebracht werden. Ausfallzeiten aufgrund von Netzstörungen können somit umgangen werden.

Zahlen, Daten, Fakten

  • Der erste Spatenstich für den dreigeschossigen Feuerwehrneubau auf dem 13.500 Quadratmeter großen Gelände, erfolgte am 15. Mai 2024. Die Planungsleistungen für den Neubau erbringt das Architekturbüro Butzlaff-Tewes. Die Kostenkalkulation beläuft sich auf 18,9 Mio €. Bisher wurden 27 Aufträge mit einer Gesamtauftragssumme von rund 9,8 Mio € brutto erteilt.

  • Um den Untergrund für das Fundament herzurichten wurde zwei Monate lang gerammt, 172 Pfähle fanden ihren Weg ins Erdreich. „Der Lärm war sogar noch in der Temmingsiedlung zu hören“, erzählt Britta Henze. „und ich bin sehr dankbar, dass sich niemand beschwert hat.

  • Um die Wände im Rohbau für die notwendigen Kabel vorzubereiten, werden im nächsten Schritt sogenannte Schlitze gestemmt, in die die Kabel verlegt werden können. Die Schlitze werden – je nach Bedarf - direkt für die Kabel oder für Installationsrohre angelegt. Im Fall der neuen Feuerwache rund 400 Meter Schlitz und ebenso viele Dosen. Im Anschluss können die Wände verputzt werden.

  • Im Sozialtrakt finden sich neben Umkleideräumen, Sanitäranlagen und Co zwei weitere Highlights: ein knapp 340 m² großer Schulungsraum, der problemlos unterteilt werden kann und künftig auch für städtische Veranstaltungen genutzt werden soll. Außerdem ein 71 m² großer Jugendraum. Überhaupt wird die Nachwuchsförderung großgeschrieben, die Jungen und Mädchen erhalten sogar eigene Alarmgarderoben.

  • Ein weiteres markantes Zeichen der neuen Wache ist der sogenannte Übungsturm. Er ist für die Durchführung der Aus- und Fortbildung nach den Feuerwehr-Dienstvorschriften ausgelegt und ermöglicht u.a. Übungen in den Bereichen Selbstrettung, Anleitern, Schachtrettung und mehr. Darüber hinaus dient er als zusätzlicher Fluchtweg für die Veranstaltungs- und Jugendräume.