Equal Care Day und Veranstaltungen zum Internationalen Frauentag
Liebe Glückstädter*innen,
am 29. februar bzw. 01. März ist der „Equal Care Day“. Der „Equal Care Day“ macht als Aktionstag auf die mangelnde Wertschätzung und die ungleiche und unfaire Verteilung von Sorgearbeit zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Sorgearbeit (auch Care-Arbeit) beschreibt dabei personennahe führsorgende Dienstleistungen. Sowohl im privaten als auch in der professionellen Sorgearbeit übernehmen Frauen noch immer den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit. Sie leisten täglich 52,4 Prozent mehr unbezahlte Sorgearbeit als Männer, das sind jeden Tag 1 Stunde und 24 Minuten (Zweiter Gleichstellungsbericht der Bundesregierung). Bei Paaren mit Kindern sogar 83 Prozent.
Traditionelle Rollen- und Familienbilder spielen eine große Rolle und verfestigen sich
Kinderbetreuung und Haushalt gelten weiterhin als „Frauensache“. Frauen sind nach wie vor verstärkt in sozialen Berufe tätig. Der Ursprung dafür liegt u.a. in der Vorstellung Sorgearbeit sei eine reine „Liebesleistung“ und somit keine „richtige Arbeit“ – insbesondere, weil Frauen von „Natur aus" besser für soziale und pflegerische Aktivitäten geeignet seien (GWI 2011). Dabei wird vergessen, dass diese Arbeit zeitintensiv ist, psychische Belastungen mit sich bringt (Mental Load) und unentgeltlich erfolgt.
Die ungleiche Verteilung unbezahlter Sorgearbeit hat einen starken Einfluss auf die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern, ebenso wie die verstärkte Altersarmut von Frauen. Fast jede zweite Frau in Deutschland arbeitet in Teilzeit. Unter Müttern ist Vollzeitarbeit sogar die Ausnahme, während Männer – selbst dann, wenn sie Väter sind – fast ausschließlich in Vollzeit arbeiten (94,2 Prozent). Dabei wünschen sich Frauen in Teilzeit ihre Arbeitszeit zu erhöhen (um 13,4 Std. pro Woche), während Männer in Vollzeit diese gerne reduzieren würden (um 11,6 Std.) (Statistisches Bundesamt, WISTA 2015).
Ziel ist nicht Sorgearbeit per se zu monetarisieren, sondern den Tätigkeiten mehr Wertschätzung zukommen zu lassen sowie Sorgen und Versorgen als grundlegende gesellschaftliche Aufgabe zu sehen – nicht als private Verantwortung, die dann größtenteils von Frauen übernommen wird. Fürsorge und Pflege muss gleich zwischen den Geschlechtern verteilt, gesamtgesellschaftlich aufzuwertet und arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen sowie Infrastruktur verbessert werden. Für dieses Anliegen steht der heutige "Equal Care Day".
Veranstaltungen anlässlich des Internationalen Frauentags
Im gesamten Kreis Steinburg finden zum Internationalen Frauentag verschiedene Veranstaltungen satt. Die genauen Veranstaltungen können sie diesem Programm entnehmen.
In Glückstadt findet am 02. März eine Lesung von "In die Welt" der Autorin Karen-Susan Fessel statt.
„In die Welt“, zeichnet in epischer Weise die verschachtelten Lebenswege dreier ganz unterschiedlicher Charaktere nach, die sich gezwungen sehen, ihre bisherigen Lebensentwürfe noch einmal in Frage zu stellen und auch die Freiheiten der Großstadt gegen die Sicherheiten des Kleinstadtlebens gegeneinander abzuwägen.
Veranstaltungsort: Bücherstube am Fleth, Am Fleth 30, 25348 Glückstadt
Um Anmeldungen wird gebeten unter l.amende@glueckstadt.de
Jahrestag Aktionsprogramm Kommune – Frauen in die Politik.
Zum Jahrestag laden wir Sie zu einem kostenlosen Vortrag und Dialogabend mit Anke Homann vom LandesFrauenRat S-H ins RBZ Itzehoe ein.
Wann: 09. März 2023, 19 Uhr
Wo: RBZ Itzehoe, Juliengardeweg 9, 25524 Itzehoe
Inhalt: Politische Gremien, wie Gemeindevertretungen, werden immer noch zu großen Teilen von Männern geprägt. Frauen sind dort nicht gleichwertig beteiligt – aktuell sind nur rund ein Viertel der Kommunalpolitiker*innen weiblich, obwohl Frauen mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen. Warum ist es aber so wichtig, dass unsere Parlamente zu gleichen Teilen mit Frauen und Männern besetzt sind? Welche strukturellen Hindernisse müssen überwunden werde und was kann ganz konkret getan werden? Diesen und anderen Fragen wird im Impulsvortrag von Anke Homann, der Vorsitzenden des LandesFrauenRates Schleswig-Holstein auf den Grund gegangen.
Neben dem Vortrag werden einige Mentees und Mentor*innen einen Einblick hinter die Kulissen des Aktionsprogramms geben und berichten, was sie im vergangenen Jahr gemacht haben und wie ihr politischer Weg weitergeht.
Ich freue mich auf Sie!
Leonie Amende - Gleichstellungsbeauftragte