28.09.22 - Save Abortion Day
Im Jahre 2022 wurde der § 219a StGB gekippt: „Werbung für den Abbruch der Schwangerschaft“. Es geht weniger darum Schwangerschaftsabbrüche zu „bewerben“ und dazu zu ermuntern, sondern Menschen, die einen Abbruch durchführen wollen, die Freiheit und die Selbstbestimmtheit zu lassen, diese Entscheidung gewissenhaft zu treffen. Dafür braucht es Informationen, das Wissen über Anlaufstellen, Verfahren und Abläufe.
Diese Informationen dürfen Ärzt*innen nun weitergeben. Außerdem können sie auf ihrer Website angeben, dass sie Abbrüche durchführen. Zuvor war dies mit einer Geldstrafe oder auch einer Freiheitsstrafe von bis zu 2 Jahren belegt.
Ein kleiner Schritt in Richtung sexuelle Selbstbestimmung. Dennoch sind auch in Deutschland Schwangerschaftsabbrüche noch immer erschwert und von einem Stigma behaftet. Und: Der § 218 StGB bleibt bestehen. Demnach sind Schwangerschaftsabbrüche noch immer kriminalisiert. Die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen weiterhin strafbar.
Ziel des internationalen Aktionstages „Safe Abortion Day“ ist es, sich für die reproduktiven und sexuellen Rechte einzusetzen. Verschiedene Akteure tragen konkrete Forderungen an die Bundesregierung, darunter die Streichung des § 218 StGB, Enttabuisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, barrierefreier Zugang zulegalen wohnortnahen Schwangerschaftsabbrüchen sowie das Recht auf qualifizierte Beratung.
Bekannt ist in diesem Zusammenhang das Motto „My body, my choice“ (Mein Körper, meine Wahl).
Gerade durch die Entscheidung des Supreme-Courts gewinnt das Thema erneut an Brisanz: In vielen Bundesstaaten der USA sind Schwangerschaftsabbrüche nun verboten. Auch in Polen sind sie de facto verboten.