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28.05.22 - Internationaler Aktionstag Frauengesundheit

Gendergerechte Medizin

Frauen versterben öfter an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Männer - Männer dagegen eher an Krebs. Auch bei Covid-19 zeigt sich, wie wichtig ein geschlechtersensibler Blick auf die Medizin ist: Frauen haben einen deutlich milderen Verlauf und die Masken sind für einen durchschnittlichen Männerkopf konzipiert.

Fehlendes Wissen über unterschiedliche Sichtbarkeit, Verläufe und Diagnostik von Krankheiten zwischen den Geschlechtern sowie geschlechtsspezifische Vorurteile können insbesondere für Frauen lebensgefährlich sein. Herzinfarkte und dessen Symptome unterscheiden sich bei Männern und Frauen, Anzeichen werden bei Frauen oft übersehen und als weniger dringlich und gefährlich eingestuft. Dies liegt unteranderem an deren „atypischen“ Symptomen - „atypisch“ im Vergleich zu Männern, deren Krankheitsbilder und –symptome die Norm bzw. den Standard darstellen. Dies führt zu Fehldiagnosen und fehlerhaften Behandlungen bei Frauen. Ein Grund für diese Problematik sind sowohl der hohe Anteil an Männern in der Medizin (insbesondere in den entscheidenden Positionen) als auch die mehrheitlich männlichen Probanden in medizinischen Studien. Dadurch ist die Forschungslage sogenannter „Männerkrankheiten“ deutlich größer als bei „Frauenkrankheiten“ (Gender Data Gap) wodurch Krankheiten oder die Wirkungen von Medikamente auf Frauen nicht genügend erforscht ist (Gender Health Gap). Frauen, die von einer Ärztin betreut werden, haben größere Chancen, korrekt medizinisch behandelt zu werden. Darüber hinaus spielen auch geschlechtsspezifische Vorurteile eine Rolle: Frauen werden weniger ernst genommen, wenn sie ihre Beschwerden artikulieren und vermehrt mit Beruhigungsmitteln wieder nach Hause geschickt. Männer hingegen werden deutlich seltener mit Depressionen diagnostiziert.

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Auch für queere Frauen/Menschen bestehen weiterhin große Defizite in der Gesundheitsversorgung. Sie werden mit Diskriminierung sowie fehlenden Wissen und Unsicherheit seitens der Ärzte*Ärztinnen konfrontiert, da es sowohl in der medizinischen Ausbildung als auch im gesellschaftlichen Diskurs an Sensibilisierung fehlt.  

Frauengesundheit umfasst somit neben Bereiche der Gynäkologie auch die konkrete Ausgestaltung der Medizin und sollte durch den Ansatz geschlechtersensibler Medizin ergänzt werden. Es ist wichtig, gendergerechter Medizin mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung zu schenken, um alle Menschen im Gesundheitssystem versorgen zu können.

Weitere Informationen auf https://www.dgesgm.de/