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11.09.2022 - Tag der Wohnungslosigkeit

Auch Obdach- und Wohnungslosigkeit hat geschlechterspezifische Unterschiede.

Frauen sind häufig von „verdeckten Wohnungslosigkeit“ betroffen. Um die Wohnungslosigkeit zu vermeiden, gehen Frauen gefährliche Abhängigkeitsverhältnisse ein: Sie kommen bei „Bekannten“ unter oder betreiben Sexarbeit. Dadurch bleiben sie in der Öffentlichkeit und auf der Straße weitegehend unsichtbar und werden von erhobenen Statistiken kaum erfasst.

Nicht selten wird die verwundbare Situation der Frauen ausgenutzt. Das Hilfesystem wie beispielsweise Notschlafstellen ist meist stark männlich geprägt. Da Frauen, die auf der Straße leben, stark von körperlicher, psychischer und sexualisierter Gewalt betroffen sind, nehmen Sie die männlich dominierten Anlaufstellen selten in Anspruch. Viele obdach- oder wohnungslose Frauen leiden an einer psychischen Erkrankung u.a. aufgrund von Gewalterfahrungen. Die Obdach- und Wohnungslosigkeit kann dabei sowohl Grund als auch Resultat der Erkrankung sein. Obdach- oder wohnungslose Frauen mit Kindern stehen vor besonderen Schwierigkeiten und (psychischen) Belastungen. Sie nehmen oft keine Hilfeangebote wahr aus Angst vor dem Jugendamt und den daraus resultierenden Konsequenzen.

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Da weibliche Wohnungslosigkeit oft verdeckt ist, existieren wenig speziell ausgerichtete Hilfsangebote und Schutzräume für Frauen. Wesentlich sind dafür Studien, die explizit die Bedarfe weiblicher Wohnungs- und Obdachlose herausarbeiten.