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Vorlage - /2015/032-1  

Betreff: Erweiterung der Feuerwache Am Fleth
Status:öffentlich  
  Bezüglich:
/2015/032
Federführend:Fachbereich IV - Technik und Stadtentwicklung   
Beratungsfolge:
Bauausschuss
06.12.2016 
Sitzung des Bauausschusses ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
Anlage 1: Lageplan  
Anlage 2: Grundriss  
Anlage 3: Kostenermittlung als Synopse  

Beschlussvorschlag:

Der Erweiterung und den energetischen Maßnahmen der Feuerwache Am Fleth mit Städtebauförderungsmitteln, wie in der Anlage dargestellt, wird grundsätzlich zugestimmt.

 


Sach- und Problemdarstellung:

Der Bauausschuss hat in seiner Sitzung am 17.03.2015 auf Grundlage der Drucksache 2015-032 über die Erweiterung der Feuerwache Am Fleth beschlossen. Die zugehörige Kostenschätzung vom Januar 2015 belief sich auf ca. 325.000 € netto bzw. ca. 386.750 € brutto für die Kostengruppen 200-700 der DIN 276.

Eine Baugenehmigung wurde vom Kreisbauamt erteilt am 10.08.2015.

 

Im Juli 2016 wurde ein Antrag auf Städtebauförderungsmittel aus dem Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“ gestellt. Die eingereichte Kostenberechnung belief sich auf ca. 420.000 € brutto für die Kostengruppen 200-700. Im September hat das für die Fördermittelvergabe zuständige Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten mitgeteilt, dass die Maßnahme „zu klein“ und damit nicht förderfähig sei.

 

Gleichzeitig zeichnete sich ein neuer Sachstand bezüglich des Platzbedarfes für containerartige Abrollbehälter (AB) seitens der Feuerwehr ab. Bislang gibt es davon zwei („Ölwehr“ und „Logistik“). Sie stehen unter freiem Himmel auf dem Hof und ragen aufgrund ihrer Länge von ca. 6,9m unglücklich in den Verkehrsraum hinein.

Der Kreis Steinburg hat angekündigt, einen AB „Atemschutz“ in Glückstadt stationieren zu wollen. Derzeit läuft die Beschaffung einer Sandsackfüllmaschine, die dann auch in einem AB im Erweiterungsbau stehen soll.

Das Ölwehrboot liegt im Sommer im Hafen. Im Winter ist es samt Anhänger auf dem Gelände der Feuerwache unterzubringen. Die Länge beträgt ca. 7,5 m incl. Deichsel.

Unter Einbeziehung eines Reserve-Standplatzes ergibt sich der Bedarf an sechs Stellplätzen im Erweiterungsgebäude, die für Abrollbehälter geeignet sind.

 

Der ebenfalls bereits vorhandene AB „Rüst“ spielt hierbei keine Rolle, da er auf dem Wechselladerfahrzeug in der Fahrzeughalle steht.

 

Zudem wird der Förderantrag um Maßnahmen der Energetischen Sanierung im Bestandsgebäude ergänzt, so dass sich folgende Teilmaßnahmen ergeben:

 

Erweiterungsbau

  • Vergrößerung um zwei Standplätze für Abrollbehälter ca. + 40%
  • Wärmedämmung unter dem Dach des Neubaus und sechs Falttore vor den Abrollbehältern ca. 20.000 € + 50.000 € = 70.000 € netto

 

Bestandsgebäude

  • Wärmedämmung / Beseitigung von Wärmebrücken ca. 80.000 € netto
  • Erneuerung der Fenster (auch die der Wohnungen, nicht die Dachflächenfenster, nicht die der Zentrale) ca. 40.000 € netto
  • Erneuerung/ Änderung der Lüftungsanlagen FW-Sanitärräume und Schulungsraum ca. 60.000 € netto
  • Erneuerung der Heizungsanlage (Baujahr 1990, liefert auch die Wärme für die Wohnungen) ca. 40.000 € netto
  • Erneuerung der Abgasabsauganlage Fahrzeughalle und Einbau Abgasabsauganlage in der Waschhalle ca. 68.000 € netto

 

Im Anhang sind überarbeitete Pläne (Lageplan und Grundriss) und eine Kostenermittlung in Form einer Synopse zu finden. Die Kostenberechnung der räumlich und inhaltlich stark erweiterten, neuen Planung beläuft sich demnach auf gut 1 Million Euro brutto.

 

Die Maßnahmen im Bestandsgebäude wirken sich zum Teil auch auf die Wohnungen aus. Das ist energetisch sinnvoll und teilweise technisch nicht zu verhindern, aber fördertechnisch interessant.

 

Der Einbau einer Wärmedämmung an der Unterseite der Geschossdecke zwischen Erdgeschoss (Fahrzeughalle) und Obergeschoss (Aufenthaltsräume) wurde erwogen, aber aufgrund eines schlechten Kosten-Nutzen-Verhältnisses verworfen.

 

Ebenso in Erwägung gezogen wurde eine Solarthermieanlage. Aufgrund des Erneuerbare-Energie-Wärmegesetztes (EEWG) hätte diese jedoch ca. 78 m² groß sein müssen und wäre v.a. den Wohnungen zu Gute gekommen, was wieder fördertechnisch problematisch ist. Daher wurde alternativ die Erneuerung der für den Feuerwehrbetrieb erforderlichen Lüftungsanlagen gewählt. Das ermöglicht die Einhaltung der Begrenzung des Primärenergiebedarfes des Bestandsgebäudes auf 140% des zulässigen Niveaus für Neubauten gemäß Energieeinsparverordnung (EnEV), so die überschlägigen Ermittlungen des Planers.

 

Die Wärmedämmung im Dachgeschoss bezieht sich nur auf den nicht vermieteten Bereich, also nur oberhalb des Schulungsraumes. Die blaue Traufbekleidung soll durch ein bauunterhaltungsfreundlicheres Material ersetzt werden, nachdem die dahinterliegende Kältebrücke (Betonplatte durchdringt die Dämmebene) beseitigt worden ist.

 

Der größere Baukörper erstreckt sich auf weitere Stellplätze des öffentlichen Parkplatzes Christian-IV-Straße. Um im Baugenehmigungsverfahren außerdem 30 Stellplätze für die Feuerwache nachweisen zu können , werden zwei weitere Stellplätze des öffentlichen Parkplatzes künftig der Feuerwache zugeordnet werden müssen. Dieser Parkplatz wurde unter Einsatz von Fördermitteln gebaut, die in Höhe von ca. 6500 € netto zurückzuzahlen wären, da die 25-jährige Zweckbindungsfrist erst im Jahr 2026 abläuft.

 

Für einen neuen Förderantrag ist zumindest ein positiver Bauvorbescheid erforderlich. Auf die eingereichte Bauvoranfrage hat das Kreisbauamt eine positive Antwort signalisiert.

 

Die vorhandene Abgasabsauganlage entspricht nicht mehr dem Stand der Technik und ist ineffizient. Aus Sicht des Arbeitsschutzes ist eine Erneuerung geboten und wird von der Feuerwehrunfallkasse auch gefordert. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Teilmaßnahme nicht warten kann, bis ein Fördermittelbescheid vorliegt und dass sie vorgezogen über Bauunterhaltungsmittel ausgeführt werden muss.

 

Mit der Vergrößerung des Sanierungsumfangs ist die Chance verbunden, Baumaßnahmen gefördert zu bekommen, die ansonsten in absehbarer Zeit aus Bauunterhaltungsmitteln, d.h. ohne Fördermittel, zu finanzieren wären.

 

Selbst wenn aufgrund der hohen Sanierungs- und Erweiterungskosten Ideen zu einem Neubau einer Feuerwache diskutiert werden sollten, wird der Grundsatzbeschluss für sinnvoll erachtet, um beide Handlungsoptionen parallel entwickeln zu können.

 


Finanzielle Auswirkungen:

Die Erstellung der Pläne und Kostenermittlungen für diese Drucksache wird über Mittel der Bauunterhaltung finanziert.

 

Bei positivem Förderbescheid zum Einsatz von Städtebauförderungsmitteln, kommt es zu einer Drittel-Finanzierung Bund-Land-Kommune. Ausgehend von ca. 1 Million Kosten brutto - wie in der Anlage benannt - ergeben sich je Drittel ca. 333.333 € brutto.

 

Zusätzlich zu diesem Drittel wird die Stadt voraussichtlich einen weiteren Eigenanteil zu leisten haben:

Auf dem Gelände der Feuerwehr ist einmal die Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtung Feuerwehr als auch vermieteter Wohnraum untergebracht. Auch wenn die jetzt vorgelegte Planung ausschließlich die Feuerwehr umfasst, werden die vermieteten Flächen ebenfalls in die Berechnung der Städtebauförderungsmittel einbezogen. Das Ministerium für Inneres und Bundesangelegenheiten hat zwei Möglichkeiten, nach Vorlage des Antrages zu entscheiden (siehe hierzu auch DS 2016/167 zum städtischen Eigenanteil Rathaus):

 

  • Ins Verhältnis setzen der Grundflächen Feuerwehr zu den vermieteten Wohnraum. Dabei bleiben die Mieteinnahmen außer Betracht und werden nicht in die Berechnung einbezogen, da sie der privaten Nutzung und nicht der Gemeinbedarfs- und Folgeeinrichtung Feuerwehr zuzuordnen sind.
  • Die Gesamtfläche wird anerkannt und damit auch die Kosten zu 100 %. Dafür sind alle in den Folgejahren zu erzielenden Einnahmen abgezinst zu berücksichtigen, eine entsprechende Anrechnung auf die Kosten erfolgt.

 

Welches Verfahren das Ministerium wählt, kann zu diesem Zeitpunkt nicht gesagt werden. Der zusätzliche städtische Kostenanteil ist deshalb zu diesem Zeitpunkt nicht bezifferbar.

 


Anlagenverzeichnis:

Anlage 1 Lageplan

Anlage 2 Grundriss

Anlage 3 Kostenermittlung als Synopse

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Anlage 1: Lageplan (63 KB)      
Anlage 2 2 Anlage 2: Grundriss (946 KB)      
Anlage 3 3 Anlage 3: Kostenermittlung als Synopse (565 KB)