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Vorlage - /2015/069  

Betreff: Kindertagesstätten
Bezuschussung von Kräften im Bundesfreiwilligendienst
Status:öffentlich  
Federführend:Fachbereich III - Familie, Bildung, Soziales und Integration   
Beratungsfolge:
Sozialausschuss
02.06.2015 
Sitzung des Sozialausschusses ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
Mögliche Tätigkeiten zur Unterstützung der ErzieherInnen  
Antrag der ev. Kirche vom 19.05.2015  

Beschlussvorschlag:

Haushaltmittel von 4.000 € zur Bezuschussung von Kräften im Bundesfreiwilligen­dienst werden freigegeben, weitere 4.000 € sind im Haushalt 2016 einzustellen

 


Sach- und Problemdarstellung:

Die Stadtvertretung hat am 18.12.2014 beschlossen, die Verwaltung zu beauftragen, eine Grundlage für den Einsatz von BFD-Stellen in den Kindertagesstätten zu erarbeiten und die im Haushalt eingestellten 12.000 € mit einem Sperrvermerk „Freigabe durch den Sozialausschuss“ zu versehen. Auf die Drucksache 2014/124 wird verwiesen.

 

Vorbemerkung

 

Die Lebenswelt der Kinder und Familien hat sich gravierend verändert – ebenso wie die Erziehungs- und Bildungsarbeit in den Kindertagesstätten. Die Anforderungen und Erwartungen, die an die Einrichtungen gestellt werden, haben sich deutlich erhöht. Diese Veränderungen werden insbesondere spürbar und sichtbar durch die Zunahme der unterschiedlichen flexiblen Bedarfe der Eltern und der zu betreuenden Kinder mit Sprachentwicklungsbedarf.

 

Mit den gesetzlich vorgegebenen Mindeststandards kann diese Arbeit, insbesondere in Einrichtungen mit unterschiedlichen und flexiblen Angeboten der verschiedenen Altersgruppen, nicht immer zufriedenstellend gewährleistet werden. Daher kommt es öfter zu Situationen in denen praktisch helfende Hände gebraucht werden. Insgesamt kann festgestellt werden, dass Unterstützung in Situationen fehlt, in denen keine pädagogische Fachkraft eingesetzt werden muss, sondern Kinder betreut und begleitet werden müssen.

 

Im Rahmen der Personalbemessung wurden bereits Verfügungszeiten (Vor- und Nachbereitung sowie Vertretungsstunden) über den anzuerkennenden 20 % gemäß Erlass zur Haushaltskonsolidierung und Gewährung von Fehlbedarfszuweisungen durch die Stadt als zusätzliche freiwillige Leistung anerkannt. Wie bereits mit der Drucksache 2014/124 berichtet, handelt es sich bei der Bezuschussung von Kosten für BFD-Stellen ebenfalls um eine (weitere) freiwillige Leistung der Stadt Glückstadt.

 

Die Bezuschussung von BFD-Kräften ist jedoch eine gute, wirtschaftliche und zukunftsorientierte Alternative zur Qualitätsverbesserung, da durch den Einsatz der BFD-Kräfte eine Entlastung der pädagogischen Fachkräfte erfolgt, die wiederum der pädagogischen Arbeit am Kind zu Gute kommt.

 

Zudem wird insbesondere jungen Menschen die Möglichkeit gegeben, sich zu engagieren und erste Erfahrungen im Hinblick auf die späteren beruflichen Schritte im Bereich einer Kita zu machen (Stichwort Fachkräftemangel).

 

Grundlage für den Einsatz von BFD-Kräften

 

Der Einsatz ist arbeitsmarktneutral auszugestalten, d.h. die Freiwilligen dürfen nur unterstützende und zusätzliche Tätigkeiten verrichten und keine hauptamtlichen Kräfte ersetzen. Mögliche Tätigkeiten zum Einsatz von BFD-Kräften sind der Vorlage als Anlage 1 beigefügt.

 

Bei einer Bemessungsgrundlage ist insbesondere die Gesamtsituation der Einrichtungen unter Berücksichtigung der anfallenden Tätigkeiten zu betrachten. Die Verwaltung geht davon aus, dass die größeren Einrichtungen mit unterschiedlichen flexiblen Angeboten einen erheblich höheren Aufwand in der täglichen Arbeit haben als die kleineren Einrichtungen. Bei der Verteilung der Mittel ist aus Sicht der Verwaltung somit

 

  • die Größe und Gruppenstruktur der Einrichtung (mindestens 3 Gruppen, davon mindestens eine Krippen- oder altersgemischte Gruppe)
  • die tatsächlichen Betreuungszeiten inklusive Früh-, Spätdienste (Ganztagsbetreuung und flexible Nachmittagsbetreuung für alle Altersgruppen zur Abdeckung eines bedarfsgerechten Angebotes)
  • das Einzugsgebiet (hoher Migrationsanteil)

 

maßgeblich. Damit kommen für eine Bezuschussung folgende Einrichtungen in Betracht:

 

  • FBS Kita Deichbande
  • FBS Kita Elbbande
  • Ev. Kita Nord
  • Ev. Kita Burggraben

 

Über die Anerkennung einer BFD-Stelle entscheidet das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. Ob ein Anerkennungsverfahren eingeleitet wird, ist daher vom jeweiligen Träger zu entscheiden.

 

Die Familienbildungsstätte hat am 09.10.2014 die Kostenübernahme für die Ein­richtung einer BFD-Stelle für die Einrichtungen Deich- und Elbbande beantragt (Antrag siehe Drucksache 2014/124). Ein Anerkennungsverfahren wurde bereits eingeleitet. Die ev. Kirche hat am 19.05.2015 die Kostenübernahme für die Einrichtung einer BFD-Stelle für die Einrichtungen Nord und Burggraben beantragt (siehe Anlage 2). Ein Anerkennungsverfahren wird zügig eingeleitet.

 

Vorbehaltlich der Anerkennung einer BFD-Stelle werden der FBS und der ev. Kirche jeweils ein Zuschuss zum Einsatz einer BFD-Kraft in Vollzeit für das Kindergartenjahr 2015/2016 (01.08.2015 bis 31.07.2016) bis zur Höhe von 4.000 € gewährt, davon kommen jeweils 2.000 € im Haushaltsjahr 2015 und 2016 zur Auszahlung.

 

Als Budget für das Haushaltsjahr 2015 (12 Monate) war ein Betrag von 12.000 € zur Bezuschussung von 3 ganztägigen BFD-Stellen vorgesehen. Da eine Bezuschus­sung nunmehr für 2 BFD-Stellen für jeweils 6 Monate in 2015 erfolgt, kann das Budget auf 4.000 € gekürzt werden, 4.000 € sind im Haushalt 2016 zu berück­sichtigen.

 

Eigenbeteiligung der Träger

 

Da die Zuschussgewährung eine freiwillige Leistung der Stadt Glückstadt darstellt und diese zur Entlastung der MitarbeiterInnen in den Einrichtungen beiträgt, ist es angemessen, dass die Träger als Arbeitgeber ebenfalls eine Eigenleistung erbringen.

Daher sind über die Zuschusshöhe hinausgehende Kosten sowie entstehende Verwaltungskosten vom jeweiligen Träger selbst zu finanzieren.

 

Elternbeteiligung

 

Über eine angemessene Elternbeteiligung ist nach Ablauf des Kita-Jahres 2015/2016 nachzudenken, da durch den Einsatz der BFD-Kräfte eine Entlastung der päd. Kräfte erfolgt, die wiederum der päd. Arbeit am Kind zu Gute kommt.

 

Zukünftige Zuschussgewährung

 

Für die Zukunft sind die Mittel jährlich mit Tätigkeitsbeschreibung und Vorlage eines Verwendungsnachweises bis zum 30.09. eines Haushaltsjahres jeweils für das kommende Kindergartenjahr zu beantragen. Damit ist gewährleistet, dass im Rahmen der jährlichen Haushaltsberatungen über die Mittel entschieden werden kann.       

 


Finanzielle Auswirkungen:

Eine Beschlussfassung führt zu Einsparungen von 8.000 € im Haushalt 2015

 


Anlagenverzeichnis:

1. Mögliche Tätigkeiten zur Unterstützung der ErzieherInnen

2. Antrag der ev. Kirche vom 19.05.2015

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Mögliche Tätigkeiten zur Unterstützung der ErzieherInnen (77 KB)      
Anlage 2 2 Antrag der ev. Kirche vom 19.05.2015 (211 KB)