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Vorlage - /2015/068  

Betreff: Kindertagesstätten
Anpassung des Betreuungsangebotes
Status:öffentlich  
Federführend:Fachbereich III - Familie, Bildung, Soziales und Integration   
Beratungsfolge:
Sozialausschuss
02.06.2015 
Sitzung des Sozialausschusses ungeändert beschlossen   
Hauptausschuss
08.06.2015 
Sitzung des Hauptausschusses ungeändert beschlossen   
Stadtvertretung der Stadt Glückstadt
02.07.2015 
Sitzung der Stadtvertretung der Stadt Glückstadt ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

 

  1. die Nachmittagsbetreuung in der Kita Elbbande der Familienbildungsstätte wird bis zum 31.07.2016 fortgeführt,
  2. die Verwaltung wird beauftragt kurzfristig erforderlichen Maßnahmen wie die Einrichtung einer bis zum 31.07.216 befristeten weiteren Tagespflegegruppe sowie einer altersgemischten Nachmittagsgruppe umzusetzen, um eine ausreichende Kinderbetreuung sicherzustellen,
  3. die hierfür erforderlichen Haushaltsmittel für den Haushalt 2015 sind im Rahmen des Nachtragshaushaltes 2015 zur Verfügung zu stellen.
  4. Die Verwaltung wird beauftragt, eine Arbeitsgruppe „Kindertagesstättenbedarfs­planung“ einzurichten.

 

 


Sach- und Problemdarstellung:

Aus der Bedarfsplanung für das kommende Kindergartenjahr ergeben sich verschie­dene Handlungsbedarfe (siehe Drucksache 2015/067).

 

Aktuell leben und wohnen 18 Flüchtlingskinder im Kita-Alter in Glückstadt, mit einer Aufnahme von weiteren bis zu 7 Kindern wird bis Ende 2015 gerechnet. Insgesamt ist somit von 25 Kindern auszugehen (12 ü 3, 13 u 3). Ab dem 01.08.2015 werden zwei ü 3-Kinder in einer Regel- bzw. altersgemischten Gruppe betreut, 1 Kind wird zur Schule gehen.

 

*Anmerkung der Verwaltung

Die Ämter Krempermarsch und Horst-Herzhorn haben in der Vergangenheit ohne Zustimmung der Stadt Glückstadt ihnen zugewiesene Asylbewerber (insgesamt 14 Personen) in 6 Wohnungen in Glückstadt untergebracht. Darunter befinden sich 3 Kinder im Alter von 2, 3 und 5 Jahren. Die Stadt Glückstadt ist somit zuständig für die Versorgung dieser Kinder mit einem rechtsanspruchserfüllenden Betreuungsplatz. Ein Kostenausgleich nach § 25 a KiTaG kann die Stadt Glückstadt nicht geltend machen, da Glückstadt sowohl Standortgemeinde als auch Wohnsitzgemeinde ist. Trotz der widerrechtlichen Unterbringung der Ämter von Asylbewerbern in Glückstadt lehnen diese jegliche freiwillige Kostenbeteiligung mit Verweis auf Schlüsselzu­weisungen ab. Aus Sicht der Verwaltung ist dies kein fairer Umgang untereinander und wird die Kommunalaufsicht einschalten.

 

zu 1) Nachmittagsbetreuung in der Kita Elbbande

 

Die Stadtvertretung hat der Einrichtung einer zusätzlichen Nachmittagsbetreuung in der Kita Elbbande der Familienbildungsstätte beginnend ab 01.01.2015 durch Beschluss am 18.12.2014 zugestimmt und zur Finanzierung dieser Maßnahme im Haushalt 2015 beim Produktkonto 3.6.5.010.531859 „Zuschuss Kita Elbbande“ einen Betrag von 18.300 € für eine ganzjährige Bezuschussung bereitgestellt. Das Angebot wurde vorerst befristet bis zum Ende des Kita-Jahres 2014/2015. Zur näheren Begründung wird auf die Drucksache 2014/128 verwiesen. Die Kleingruppe (Tagespflegegruppe) mit einer fest angestellten Tagespflegeperson hat den Betrieb zum 17.02.2015 aufgenommen. In dieser Gruppe werden 5 Kinder ((3 Ü 3 und 2 U 3) betreut und auf einen Wechsel in die regulären Kita-Gruppen vorbereitet. Die Eltern erhalten ergänzend eine Sprachförderung an 2 Tagen in der Woche über ein Angebot des Familienzentrums. Nach nunmehr gut 3 Monaten ist festzustellen, dass im Rahmen dieser Betreuungsform sowohl mit den Kindern als auch mit den Eltern (welche bei der Betreuung dabei sein können) eine vertrauensvolle Zusammenarbeit aufgebaut werden konnte und erste Integrationserfolge zu verzeichnen sind. Ein Kind wird zum 01.08.2015 diese Gruppe verlassen und in eine Regelgruppe wechseln. Vier Kinder verbleiben vorerst in der Gruppe, eine Neuaufnahme ist möglich. Der Bedarf an dieser Gruppe ist weiterhin gegeben.

 

zu 2) Einrichtung einer weiteren Tagespflegegruppe und altersgemischten Gruppe

 

Zum Kita-Jahr 2015/2016 ergibt sich der Bedarf an weiteren Betreuungsplätzen. Für die Betreuung von Flüchtlingskinder ü 3 besteht sofortiger Handlungsbedarf, insgesamt gesehen spätestens zum Beginn des Jahres 2016. Grundsätzliche Unsicherheit besteht bei der Frage des endgültigen Bedarfs. Um hier notfalls flexibel reagieren zu können, wird die Verwaltung ermächtigt, erforderliche Maßnahmen wie die Einrichtung einer bis zum 31.07.2016 befristeten weiteren Tagespflegegruppe sowie einer altersgemischten Nachmittagsgruppe umzusetzen und Verhandlungen über eine Bereitstellung von weiteren Plätzen mit den Trägern durchzuführen.

 

Für die Einrichtung der Tagespflegegruppe (1 Kraft) und einer altersgemischten Gruppe (2 Kräfte) fallen Personalkosten von jährlich ca. 75.000 € an. Gegen­zurechnen sind Elternbeiträge von ca. 28.500 € (15 Kinder Ü 3 à 112 €, 5 Kinder U 3 à 140 €). Da diese Gruppen erst im Folgejahr (Stichtag 01.03.) in den Bedarfsplan des Kreises aufgenommen werden, wird eine Betriebskostenförderung in diesem Jahr nicht erfolgen (Nachzahlung erfolgt im Folgejahr für die anteiligen Monate). So ergibt sich ein jährlicher Zuschussbetrag von ca. 46.500 €, anteilig für 4 Monate (September bis Dezember 2015) von ca. 15.500 €.

 

zu 1 und 2) Befristung

 

Die Erarbeitung eines Betreuungskonzeptes für die kommenden fünf Jahre ist geplant. Daher werden die Gruppen bis zum 31.07.2016 befristet.

 

zu 4) Arbeitsgruppe

 

Nach Einschätzung der Verwaltung wird auch in den Folgejahren ein hoher Bedarf an Betreuungsplätzen nachgefragt werden. Eine Entspannung ist insbesondere aufgrund hoher Asylbewerberzahlen derzeit nicht absehbar. Die Verwaltung empfiehlt daher die Einrichtung einer Arbeitsgruppe, bestehend aus je einem Vertreter der Fraktionen, Mitarbeiter der Verwaltung (BM, FBL III, Sachbearbeitung Kita-Angelegenheiten, Integrationsbeauftragte) sowie je einem Vertreter der KiTa-Träger. Die Arbeitsgruppe soll den Auftrag erhalten, anhand der Folgerungen aus der Bedarfsplanung für das kommende Kindergartenjahr eine Gesamtkonzeption zur Kindertagesstättenplanung für die kommenden fünf Jahre vorzubereiten, da alle Folgerungen zusammengenommen auf eine Erhöhung der Platzzahlen hindeuten. Genau zu betrachten sein wird

 

  • die Auswirkung des Zuzugs von Flüchtlingskindern auf die Bedarfsplanung
  • das zukünftige Ausbauziel der u 3- Betreuung
  • die Einbeziehung der Kindertagespflege als bedarfsgerechte und rechtsanspruchserfüllende u 3-Betreuungsplätze
  • die Einbeziehung der Kindertagespflege zur Betreuung von Flüchtlingskindern

 

 


Finanzielle Auswirkungen:

Zu 1) keine. Die Kosten stehen bereits im Produktkonto 3.6.5.010.531859 zur Verfügung

Zu 2) Bei Inbetriebnahme einer Tagespflegegruppe und einer altersgemischten Nachmittagsgruppe müssten im Nachtrag 2015 grob geschätzt 15.500 € veranschlagt werden.

 

 


Anlagenverzeichnis:

Keine Anlagen.