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Vorlage - /2015/067  

Betreff: Kindertagesstätten
Entwicklung der Kinderzahlen und Bedarfsplanung 2015/2016
Status:öffentlich  
Federführend:Fachbereich III - Familie, Bildung, Soziales und Integration   
Beratungsfolge:
Sozialausschuss
02.06.2015 
Sitzung des Sozialausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n
Anlagen:
Belegung der Kindertagesstättenplätze ü3  
Belegung der Kindertagesstättenplätze u3  
Rechtliche Vorgaben  

Sach- und Problemdarstellung:

Im Rahmen der Kindertagesstättenbedarfsplanung sind rechtliche Vorgaben zu beachten. Diese sind als Anlage 3 der Vorlage beigefügt.

 

1. Örtliche Bedarfsplanung

 

Die Anzahl der Kinder in den jeweiligen Altersgruppen sowie die tatsächlichen Betreuungsbedarfe der Eltern im Rahmen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sind entscheidende Punkte bei der Kindergartenbedarfsplanung, denn sie bestimmen die Platzkapazitäten. Eine exakte Planung ist jedoch nicht möglich, da keine Verpflichtung zum Besuch einer derartigen Einrichtung besteht und sich die Kinderzahl im Verlauf eines Jahres durch Zu- und Wegzüge sowie die Betreuungsbedarfe verändern. Zum 01.08.2014 wurde in der Stadtverwaltung eine zentrale Anmeldestelle zur Warteliste für alle Kitas in Glückstadt eingeführt. Damit hat die Verwaltung jederzeit einen aktuellen Überblick über die bestehenden Betreuungsbedarfe. Nicht abschätzbar sind dabei die Zuzüge von Flüchtlingsfamilien mit Kindern.

 

Die konkrete Vergabe der Betreuungsplätze zum 01.08.2015 (Kita-Jahr 2015/2016) ist in Abstimmung mit allen Kindertagesstätten erfolgt. Das Aufnahmeverfahren ist zum Zeitpunkt der Vorlagenerstellung noch nicht gänzlich abgeschlossen, da noch einige verbindliche Zusagen zur Annahme des angebotenen Betreuungsplatzes fehlen.

 


2. Angebot und Belegung der Kindertagesstätten in Glückstadt zum 01.08.2015 Kita-Jahr 2015 / 2016 (siehe Anlage 1+2)

 

Vormittagsbetreuung für über Dreijährige

218 ./.7 (f. I-Kind-Betreuung)

211

Nachmittagsbetreuung für über Dreijährige

52 ./. 2 (f. I-Kind-Betreuung) ./. 27
(f. Ganztagsbetreuung)

23

Nachmittagsbetreuung für über Dreijährige Flüchtlingskinder

vorbehaltlich der politischen Entscheidung zur Weiterführung dieser Gruppe

3

Notplätze (Belegung 22 Kinder / Gruppe)

Möglich in der Kita Nordmarkstraße, Bole, Sonnige Spielstube und Elbbande

10

Gesamt ü 3

 

247

Vormittagsbetreuung für unter

Dreijährige

49

49

Nachmittagsbetreuung für unter

Dreijährige

4 ./. 4 (f. Ganztagsbetreuung)

0

Nachmittagsbetreuung für unter Dreijährige Flüchtlingskinder

vorbehaltlich der politischen Entscheidung zur Weiterführung dieser Gruppe

2

Tagespflege

überwiegend für u 3, möglich ist bei Bedarf bzw. ergänzendem Bedarf auch eine Betreuung für ü 3

7 Tagesmütter, insgesamt 24 Plätze mit Betreuung in eigenen Räumen, 1 Tagesmutter, 1 Platz mit Betreuung im Haushalt der Eltern 

25

Gesamt u 3

 

76

 

Die Gesamtzahl der Elementarplätze verringert sich tendenziell, weil Kinder mit Anspruch auf Einzelintegrationsmaßnahmen in den Regelgruppen betreut werden. Pro Maßnahme verringert sich die Platzzahl einer Gruppe um einen weiteren Platz (1 I-Kind belegt 2 Plätze). Außerdem kann in diesen Gruppen die Gesamtzahl der Kinder nicht mehr auf 22 Kinder angehoben werden. Für das Kiga-Jahr 2015 / 2016 wird mit einer Aufnahme von 7 I-Kindern in fünf Gruppen gerechnet. Die Plätze im Nachmittagsbereich vermindern sich um die Anzahl der Ganztagskinder, da diese Plätze nicht für andere Kinder zur Verfügung stehen. Weiterhin soll die Belegungsstärke der Gruppen auf grundsätzlich 20 begrenzt werden, mit der Billigung, dass im Verlauf des Kindergartenjahres eine vorübergehende Verstärkung auf bis zu 22 Kinder Plätze erfolgt.

 

Kindertagespflege

 

Seit dem 01.03.2015 ist die Stadt Glückstadt durch Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Vertrages zuständig für die Entgegennahme und Bearbeitung von Anträgen auf Förderung in der Kindertagespflege. Dadurch hat die Verwaltung nunmehr auch einen aktuellen Überblick über die selbständig Tätigen Tagespflege­personen, über die Anzahl der angebotenen sowie der belegten Plätze. Gefördert werden nur Plätze, wenn nachweislich kein Kita-Platz vermittelt werden konnte. Insgesamt ist die Verwaltung nunmehr für die Dienstleistungen rund um die individuelle Betreuungsbedarfsfeststellung zuständig. 

 

Hinweis der Verwaltung

Beabsichtigt war, dass sich die Wohnsitzgemeinden durch Abschluss eines öffentlich-rechtlichen Vertrages an den Kosten für Kindertagespflegepersonen beteiligt. Voraussetzung dafür ist, dass sich alle kreisangehörigen Städte und Gemeinden daran beteiligen. Da eine Entscheidung der Stadt Itzehoe noch aussteht, wurde die Beteiligung des kreisangehörigen Bereiches ab 01.03.205 nicht umgesetzt. Mit einer Entscheidung der Stadt Itzehoe ist nach den Sommerferien zu rechnen.

3. Entwicklung der Kinderzahlen von 0 bis 14 Jahren (Stand 04.2015)

 

216

 

bis 3 Jahren

Jahrgang 2014

73

Jahrgang 2013

70

Jahrgang 2012

73

250

bis 6 Jahren

Jahrgang 2011

84

Jahrgang 2010

89

Jahrgang 2009

77

328

bis 10 Jahren

Jahrgang 2008

78

Jahrgang 2007

88

Jahrgang 2006

87

Jahrgang 2005

75

411

bis 14 Jahren

Jahrgang 2004

100

Jahrgang 2003

97

Jahrgang 2002

115

Jahrgang 2001

99

 

Der Rückgang der Kinderzahlen ab 2005 in Glückstadt ist deutlich zu erkennen. Festzustellen ist jedoch auch, dass die Kinderzahlen in den Jahrgängen 2006 bis 2011 nur leichte Schwankungen aufweisen, allerdings erneut ein Rückgang von dauerhaft 10 Kindern zu 2012 zu verzeichnen ist. Seitdem bleibt die Kinderzahl (inklusive Flüchtlingskinder) konstant.

 

3.1 Altersgruppe 0 bis 3 Jahre (Krippenbereich) Stand 04/2015

 

0 - 3 - jährige

Jahrgang

Anzahl

 

 

01.01.12 – 31.12.12

73

01.01.13 – 31.12.13

70

01.01.14 – 31.12.14

73

Gesamt

 

216

 

Zusammengefasst nach den „Kindergartenjahrgängen“ (3 Kalenderjahre) ergibt sich folgende Entwicklung der Kinderzahlen:

 

Stand 04/2015

 

Aufnahmedatum

01.08.2011

01.08.2012

01.08.2013

01.08.2014

01.08.2015

Kinderzahl

236

236

219

208

216*

*von der Gesamtkinderzahl haben zum 01.08.2015 153 Kinder das 1. Lebensjahr vollendet und damit einen Rechtsanspruch auf eine Betreuung in einer Kita oder in Tagespflege, davon wird 1 Kind in einer auswärtigen Kita betreut.

 

Das Angebot an Plätzen für Kinder unter drei Jahren soll sich durch eine Vielfalt an Betreuungsmöglichkeiten auszeichnen. Daher kann der Rechtsanspruch für unter Dreijährige neben der Förderung in einer Einrichtung auch durch Förderung in der Tagespflege erfüllt werden.

 

Die gesetzlich empfohlene Quote für die Vorhaltung von Betreuungsplätzen für unter Dreijährige beträgt durchschnittlich 35 %, wovon 70 % der Plätze in Einrichtungen und 30 % in Tagespflege vorgehalten werden sollen. Jedoch soll unter Berück­sichtigung regionaler Gegebenheiten bedarfsorientiert geplant werden.

 

Stand 01.08.2015 - Ausgangspunkt 216 Kinder

 

 

Ausbauquote

Plätze

Plätze in einer

Einrichtung

= 70 %

Plätze in Tagespflege

= 30 %

2015

35 %

76

53

23

 

Demgegenüber stehen im Kiga-Jahr 2015 / 2016 insgesamt 65 Betreuungsplätze für unter Dreijährige Kinder zur Verfügung: 

 

-          51 Plätze in Einrichtungen (49 Vormittags-, 2 Nachmittagsplätze)

-          14 Plätze in Tagespflege

 

Das geplante Ausbauziel von 35 % der u3-Kinder kann somit erstmals zum 01.08.2015 nicht erfüllt werden. 

 

Zum 01.08.2015 sind von den angebotenen 51 Plätzen in Einrichtungen insgesamt 45 Plätze belegt (2 Plätze davon in der Flüchtlingsgruppe am Nachmittag). Somit sind aktuell noch 6 freie Vormittagsplätze vorhanden.

 

In Glückstadt bieten 4 qualifizierte selbständig tätige Kindertagespflegepersonen bis zu 14 Betreuungsplätze für Kinder im Alter unter 3 Jahren an (bis April 2015 waren es 6 Tagespflegepersonen mit bis zu 21 Plätzen). Aktuell werden insgesamt 9 Glückstädter Kinder betreut. Die Betreuungszeiten liegen zwischen 7,5 bis 35 Stunden die Woche. Zum 01.08.2015 wechseln 5 Kinder in die Regelgruppen, 1 Kind in eine Krippengruppe. Den weiteren 3 u 3-Kindern wurde ein Platz in einer Krippe angeboten. Eine endgültige Bedarfsklärung und somit Zusage der Eltern steht noch aus, daher werden diese Kinder weiter auf der Warteliste geführt.

 

Somit stehen zum 01.08.2015 folgende freie Plätze zur Verfügung:

 

-          6 Plätze in Einrichtungen (vormittags)

-          14 Plätze in Tagespflege

 

Auf der Warteliste stehen noch 14 Kinder (davon 5 Flüchtlingskinder) mit einem Betreuungswunsch ab 01.08.2015 bis 31.12.2015 und weitere 15 Kinder (davon 4 Flüchtlingskinder) mit einem Betreuungswunsch vom 01.01.2016 bis 31.07.2016 auf der Warteliste, insgesamt haben somit weitere 29 Kinder (davon 9 Flüchtlingskinder) nach dem 01.08.2015 bereits einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz geltend gemacht. Davon haben 13 Kinder einen Bedarf an Vormittagsbetreuung inkl. Spätdienste, 5 Kinder an Ganztagsbetreuung und 2 Kinder auf Nachmittagsbetreuung. Für 9 Kinder käme eine Vor- oder Nachmittagsbetreuung in Frage. 

 

Demgegenüber stehen bis zu 20 freie Betreuungsplätze (6 Plätze in Einrichtungen, bis zu 14 Plätze in Tagespflege) gegenüber. Rechnerisch kann somit davon ausgegangen werden, dass mindestens 9 Kinder keinen Betreuungsplatz bzw. keinen bedarfsgerechten Platz erhalten könnten.

 


Bedarfsorientierte Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten

 

Aus Sicht der Verwaltung wird politisch zu entscheiden sein,

  • ob die Ausbauquote für die Vorhaltung von Betreuungsplätzen für unter Dreijährige zu erhöhen ist,
  • ob an der Betrachtungsweise festgehalten werden soll, neben den Angeboten von Krippenangeboten, altersgemischten Gruppen mit Kindern u 3, auch die Angebote der Kindertagespflege rechnerisch weiter mit einzubeziehen und
  • ob somit eine Grundsatzentscheidung zur Planung von weiteren Betreuungsplätzen in Einrichtungen erfolgen soll.

 

Begründung:

 

a)       Ausbauziel

Bei Betrachtung aller u 3-Kinder beträgt die vorgehaltene Versorgungsquote im Kindergartenjahr 2015/2016 30 % (216 Kinder, 65 Plätze). Ohne Berücksichtigung der Tagespflegeplätze 23% (216 Kinder, 51 Plätze)

 

Anmerkung

Die Nachfrage an Betreuungsplätzen für unter einjährige Kinder liegt bei 0,004 % (= 1 Kind im Alter von 8 Monaten). Bei einer Betrachtung der 1 bis 2 – jährigen Kinder mit einem Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz ergibt sich eine tatsächlich zu erwartende Betreuungsquote von 51 % (Kinder 153, Plätze 79 (45 bereits belegte + 34 Warteliste).

 

b)       Einbeziehung der Tagespflege

 

Durch viele Gespräche mit Eltern seit Einführung der Anmeldungen zur Warteliste sowie der Übernahme der Aufgabe Tagespflege ist festzustellen, dass viele Eltern aus unterschiedlichen Gründen eine Betreuung in einer Kita vorziehen. Insofern ist das Angebot in Tagespflege zwar grundsätzlich bedarfsgerecht und rechtsan­spruchserfüllend, entspricht jedoch nicht dem Elternwunsch. Dieser Eindruck bestätigt sich dadurch, dass das Betreuungsangebot in den Einrichtungen grundsätzlich voll belegt ist und weiter nachgefragt wird. Daneben gibt es in Glückstadt lediglich eine Tagesmutter, die seit vielen Jahren dauerhaft mit der Betreuung von derzeit 8 Kindern* ausgelastet ist. Hier findet eine verlässliche flexible tageweise Betreuung bis hin zur Ganztagsbetreuung statt (1x 12 Std, 2 x 20 Std., 1 x 22,5 Std., 2 x 25 Std, 1 x 32,5 Std., 1 x 35 Std.) Weiterhin werden derzeit zwei Kinder bei zwei weiteren Tagesmüttern bis zum 31.07.2015 mit einem Umfang von 1 x 7,5 Std. und 1 x 13 Std in der Woche betreut.

 

*Anmerkung

Eine Tagesmutter kann bis zu fünf fremde Kinder gleichzeitig betreuen. Im Einzelfall können insgesamt acht Kinder über die Woche verteilt betreut werden. Dabei ist zu beachten, dass nie mehr als fünf Kinder gleichzeitig betreut werden dürfen.

 

c)        Flüchtlingskinder und Tagespflege

 

Kinder aus Flüchtlingsfamilien haben die gleichen Rechtsansprüche auf Kindertagesbetreuung wie alle anderen Kinder, so dass grundsätzlich auch eine Betreuung in Kindertagespflege den Rechtsanspruch erfüllt. Hierbei sind jedoch die besonderen Bedürfnisse der Flüchtlingsfamilien zu berücksichtigen. Viele dieser Familien und ihre Kinder sprechen i.d.R. kein Deutsch und sind oftmals wegen ihrer Situation im Heimatland und den Fluchterfahrungen traumatisiert. Dadurch werden die Betreuungspersonen von Flüchtlingskindern vor neue Herausforderungen gestellt. Damit die Kinder die (angst-) freie Integration in den Betreuungsalltag und insbesondere auch die Sprache von Beginn an erlernen können, ist bei den Betreuungskräften ein hohes Maß an interkultureller Kompetenz im Umgang mit diesen Eltern und Kindern erforderlich. Grundsätzlich sind die Fachkräfte in den Kita-Einrichtungen es gewohnt, mit sprachlichen und kulturellen Barrieren umzugehen. Die Verwaltung geht davon aus, dass diese Kompetenz bei den Tagespflege­personen nicht vorausgesetzt werden kann, so dass diese auch mit einer Betreuung überfordert sein könnten.

 

 

3.2 Altersgruppe 3 bis 6 Jahre (Elementarbereich) Stand 04/2015

 

3 bis 6 - jährige

Jahrgang

Anzahl

 

 

01.07.09 – 31.12.09

31

01.01.10 – 31.12.10

89

01.01.11 – 31.12.11

84

01.01.12 – 31.07.12

41

Gesamt

 

245

 

01.08.12 – 31.12.12

32

Gesamt

3 bis 6,5 - jährige

 

 

287

 

Diese Planung erfolgt auf der Grundlage der in Glückstadt lebenden Kinder im Vergleich zu den zur Verfügung stehenden Plätzen. Zur Feststellung, wie viele Kinder mit Rechtsanspruch auch tatsächlich eine Kindertagesstätte besuchen können, wird, berechnet auf dreieinhalb Jahre, eine durchschnittliche Betreuungs­quote von 95 Prozent angenommen. Zusammengefasst nach den „Kindergarten­jahrgängen“ (3,5 Kalenderjahre) ergibt sich folgende Entwicklung der Kinderzahlen: 

 

Stand 04/2015

 

Aufnahmedatum

01.08.2011

01.08.2012

01.08.2013

01.08.2014

01.08.2015

Kinderzahl

251

237

235

270

273*

*287 Kinder x 95 % 

 

Zum 01.08.2015 sind von den angebotenen 221 Vormittagsplätzen (inklusive Notplätze) 210 belegt. Insgesamt sind noch 6 freie Vormittagsplätze (Kita Bole) und 5 „Notplätze“ (4 Kita Bole, 1 Kita Elbbande) vorhanden. Weiterhin sind von den angebotenen 26 Nachmittagsplätzen 21 belegt. Somit wären grundsätzlich noch 5 freie Nachmittagsplätze (hier in der Kita-Burggraben) vorhanden. Die Nachfrage nach „reinen Nachmittagsplätzen“ im Ü 3-Bereich geht weiter zurück. Durch Umwandlung in eine altersgemischte Nachmittagsgruppe könnten diese freien Kapazitäten für eine U 3 - Ganztagskrippenbetreuung zur Verfügung gestellt werden. Somit bleiben diese Plätze bei der weiteren Betrachtung unberücksichtigt.

 

Im Zeitraum 01.08.2015 bis 31.12.2015 vollenden weitere 32 Kinder das 3. Lebensjahr. Aktuell befinden sich davon 12 Kinder bereits in einer U 3-Betreuung, so dass noch 20 Kinder in diesem Zeitraum unversorgt sein könnten. Davon stehen bereits 10 Kinder (davon 3 Flüchtlingskinder) mit einem Betreuungswunsch ab 01.08.2015 bis 31.12.2015 auf der Warteliste.

 

Im Zeitraum 01.01.2016 bis 31.07.2016 vollenden dann weitere 32 Kinder das 3. Lebensjahr. Davon befinden sich aktuell bereits 11 Kinder in einer U 3-Betreuung, so dass noch 21 Kinder in diesem Zeitraum unversorgt sein könnten. Hiervon stehen derzeit 6 Kinder (davon 2 Flüchtlingskinder) mit einem Betreuungswunsch ab 01.01.2016 bis 31.07.2016 auf der Warteliste.

 

Insgesamt haben damit weitere 41 Kinder (davon 5 Flüchtlingskinder) nach dem 01.08.2015 noch einen Anspruch auf einen Betreuungsplatz. Auf der Warteliste stehen derzeit 16 Kinder (davon 5 Flüchtlingskinder) mit einem Betreuungswunsch nach dem 01.08.2015. Davon haben 9 Kinder einen Bedarf an Vormittagsbetreuung inkl. Spätdienste, 1 Kind an Ganztagsbetreuung und 2 Kinder auf Nachmittags­betreuung. Für 5 Kinder käme Vor- oder Nachmittagsbetreuung in Frage. Demgegenüber stehen bis zu 11 freie Betreuungsplätze (6 Plätze Kita Bole+ 5 Notplätze). 

 

Zwischen Angebot und möglicher Nachfrage ergibt sich eine rechnerische Differenz von 30 Plätzen (41 möglicherweise fehlende Plätze ./. 11 freie Betreuungsplätze). Ab dem 01.08.2015 wird angenommen, dass ca. 10 Kinder in auswärtigen Einrichtungen betreut werden, insbesondere weil in Glückstadt kein bzw. kein bedarfsgerechter Betreuungsplatz nachgewiesen werden kann oder Eltern besondere Gründe geltend machen, die zum Besuch einer auswärtigen KiTa berechtigen (insbesondere Kitas, die eine spezielle pädagogische Ausrichtung (Montessori, Waldorf- oder Waldkindergarten) bieten sowie Integrationsgruppen bzw. heilpädagogischen Kleingruppen. Somit könnten 20 Kinder (davon 5 Flüchtlingskinder) unversorgt sein.

 

Zusammenfassung der Verwaltung zur Glückstädter Betreuungssituation

 

Zur Gewährleistung einer bedarfsorientierten Vorhaltung von Betreuungsplätzen für Kinder aller Altersstufen wurden in der Vergangenheit zahlreiche Maßnahmen zur Optimierung der Betreuungsangebote umgesetzt. Darüber hinaus wurde im Februar 2015 die Nachmittagsgruppe (Kleingruppe) zur Betreuung von Flüchtlingskindern in Betrieb genommen.

 

Die Verwaltung beabsichtigt, - vorbehaltlich der Zustimmung der Heimaufsicht - in der Kita Burggraben die Regelgruppe am Nachmittag in eine altersgemischte Gruppe umzuwandeln, so dass auch hier eine Ganztagsbetreuung für 1 bis 2 unter dreijährige Kinder angeboten werden kann. Dies ist möglich, da die Gruppe aktuell nicht ausgelastet ist (5 freie Plätze). Mit der Umwandlung wären keine wesentlichen finanziellen Auswirkungen verbunden (ein Personalschlüssel von 2,0 Kräften ist bereits vorhanden), lediglich Spielmaterialien müssten ggf. ergänzt werden. 

 

Festzustellen ist, dass der Betreuungsbedarf kontinuierlich weiter ansteigt. Immer mehr Kinder beginnen bereits mit der Krippenbetreuung, die Elementarbetreuung wird ab dem 3. Geburtstag des Kindes erwartet. Eine Anschlussbetreuung der Kinder, die im Laufe des Kindergartenjahres das dritte Lebensjahr vollenden in den Regelgruppen ist nicht möglich, da die Elementarplätze meist bereits belegt sind, so dass diese Kinder bis zum Ende des Kindergartenjahres in den Krippengruppen verbleiben. Eltern, die noch keine vorangegangene Krippenbetreuung haben, schieben ihren Rechtsanspruch auf Betreuung nur beim Wunsch nach einer Betreuung in einer bevorzugten Kita noch um einige Monate hinaus. Die zunehmende Anzahl von Flüchtlingsfamilien mit Kindern im Alter bis 6 Jahren wirkt sich ebenfalls auf eine bedarfsgerechte Angebotsgestaltung aus. In den nächsten fünf Jahren ist weiterhin mit hohen Asylbewerberzahlen zu rechnen. Problematisch im Rahmen der Bedarfsplanung sind dabei die nicht abschätzbaren Zuzüge von Flüchtlingsfamilien mit Kindern. Die Entwicklung der Kinderzahlen und Betreuungs­bedarfe wird die Verwaltung daher besonders aufmerksam beobachten. Hierbei gilt es auch zu verfolgen, ob und wie sich die Kinderzahlen aufgrund des Neubauge­bietes „Am Leuchtturm“ entwickeln.

 

All diese Aspekte zielen zusammengenommen auf eine Erhöhung der Platzzahlen sowohl in der Betreuung von 3 bis 6-jährigen als auch im U3-Bereich ab. Die Größenordnung wird voraussichtlich nicht durch die Ausweitung bereits bestehender Einrichtungen gedeckt werden können, da lediglich räumliche Kapazitäten im Nachmittagsbereich zur Verfügung stehen würden.

 

Bei der zukünftigen Planung sind auch Entwicklungen zum 01.08.2016 mit einzubeziehen. Die Krippengruppe der FBS in der Deichbande wird bis zum 31.07.2016 für ein weiteres Jahr - vorbehaltlich der Zustimmung der Heimaufsicht - als altersgemischte Gruppen (förderunschädlich) weitergeführt. Dies war erforderlich, damit die Anschlussbetreuung zweier unter dreijähriger Kinder gewährleistet werden konnte. Die Gruppe ist zum 01.08.2015 mit 8 u 3 und 4 ü 3 - Kindern belegt. Zum 01.08.2016 stehen dann 2 weitere Krippenplätze zur Verfügung, 4 Regelplätze fallen weg.

 

Durch den Anbau Kita-Nord (siehe Drucksache 2014/125-1) werden zusätzliche Platzkapazitäten entstehen. Geplant sind als Ersatz für die 36 wegfallenden Plätze im Untergeschoss

 

  • 1 integrative Elementargruppe (11 Regel- und 4 Integrationsplätze)
  • 1 Elementargruppe (20 Plätze)
  • 1 altersgemischte Gruppe (10 Regel- und 5 Krippenplätze

 

Damit könnten 5 zusätzliche Krippen- und bis zu 9 Elementarplätze entstehen. Aufgrund des Bedarfes an Integrationsplätzen ist es jedoch auch möglich, dass 2 integrative Gruppen eingerichtet werden. Dann würden lediglich 4 zusätzliche Elementarplätze geschaffen werden können. Die genaue zusätzliche Platzzahl kann daher erst ermittelt werden, wenn die tatsächliche Gruppenkonstellation feststeht.

 

Nach Einschätzung der Verwaltung ergibt sich ein erster Handlungsbedarf bereits zum Kindergartenjahr 2015/2016. Über die weitere Vorgehensweise wird zu beraten sein (siehe hierzu Drucksache 2015/068).

 

 


Anlagenverzeichnis:

 

  1. Belegung der Kindertagesstättenplätze ü3
  2. Belegung der Kindertagesstättenplätze u3
  3. Rechtliche Vorgaben

 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Belegung der Kindertagesstättenplätze ü3 (1031 KB)      
Anlage 2 2 Belegung der Kindertagesstättenplätze u3 (1020 KB)      
Anlage 3 3 Rechtliche Vorgaben (916 KB)