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Vorlage - SV/2015/008  

Betreff: Offener Ganztagsbetrieb an den Schulen des Schulverbandes Glückstadt in Glückstadt
Status:öffentlich  
Federführend:Fachbereich III - Familie, Bildung, Soziales und Integration   
Beratungsfolge:
Verbandsversammlung des Schulverbandes Glückstadt
17.06.2015 
Sitzung der Verbandsversammlung des Schulverbandes Glückstadt ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
Bericht über den Offenen Ganztagsbetrieb im Schuljahr 2014/15  
Drucksache SV-2014-002-2  

Beschlussvorschlag:

 

  1. Die Trägerschaft des offenen Ganztagsbetriebs an den Schulen des Schulver­bandes Glückstadt wird unter der Regie des Schulverbandes weitergeführt.

 

  1. Für eine/n Koordinator/in ist ab dem Schuljahr 2015/16 dauerhaft ein Stellenanteil mit 19,5 Wochenstunden vorzusehen. Es handelt sich um eine Stelle im Stellenplan der Stadt Glückstadt. Die Kosten werden über den Verwaltungs­kostenbeitrag abgerechnet.

 

  1. Zur Sicherstellung einer kontinuierlichen Betreuung an der Bürgerschule ist eine Stelle mit 17,5 Wochenstunden ab dem Schuljahr 2015/16 einzurichten und über den Nachtragshaushaltsplan 2015 im Stellenplan des Schulverbandes vorzu­sehen.

 

 


Sach- und Problemdarstellung:

 

  1. Fortführung der Trägerschaft durch den Schulverband

 

Mit Beginn des Schuljahres 2014/15 hat der Schulverband wieder die Trägerschaft für den Offenen Ganztagsbetrieb übernommen. Seitdem konnten der Betrieb und das Angebot wesentlich verbessert werden. Es wird auf die Ausführungen in der Drucksache SV/2014/002-2 (Anlage 2) und den anliegenden Jahresbericht (Anlage 1) verwiesen. Auch die Schulleitungen haben signalisiert dass der Offene Ganztagsbetrieb in der Trägerschaft des Schulverbandes optimaler gestaltet werden kann.

Gegenüber der Trägerschaft durch die Steinburg Sozial gGmbH (STS) konnten Einsparungen in Höhe von ca. 3.951,00 € erzielt werden. (s. Drucksache SV/2015/008-1). Aus Sicht der Verwaltung ist es daher sinnvoll, die Trägerschaft künftig in der Regie des Schulverbandes zu belassen.

 

  1. Stellenanteil für eine Koordinatorin

 

Der angenommene Stellenanteil von 19,5 Wochenstunden für die Koordinatorin, die überwiegend Verwaltungsaufgaben wahrnimmt, wurde realistisch geschätzt. Es sind Arbeitsabläufe optimiert worden, so dass die vor Rückführung der Trägerschaft an den Schulverband vorhandene Überlastung sowohl bei der Schulleitung als auch im Sekretariat und bei der Schulsozialarbeit aufgefangen werden konnte. Die zeitnahe Verfolgung der Einziehung von Elternbeiträgen hat dabei auch zu Mehreinnahmen geführt. Es hat sich gezeigt, dass ohne den Einsatz einer Koordinatorin vor Ort der enorme Verwaltungsaufwand nicht zu leisten ist. (s. auch Ausführungen zum Personalbedarf im Jahresbericht) Der mit der Trägerschaft verbundene Stellenanteil von 19,5 Wochenstunden für eine Koordinatorin ist somit angemessen und dauerhaft vorzusehen, wenn das Angebot in der bisherigen Form erhalten bleiben soll.

 

Die Einrichtung einer Stelle im Stellenplan des Schulverbandes ist nicht erforderlich, da es sich bei der Mitarbeiterin um eine Beschäftigte der Stadt Glückstadt handelt. Die anteiligen Personalkosten i.H. v. ca. 19.000,00 € jährlich werden über den Verwaltungskostenbeitrag an die Stadt Glückstadt abgerechnet.

 

  1. Personaleinsatz zur Sicherstellung der Betreuung

 

Insbesondere an der Bürgerschule steigt der Bedarf einer Betreuung vor und nach dem Unterricht und für die Hausaufgabenhilfe. Es mussten zusätzliche Kräfte für die Hausaufgabenhilfe eingesetzt werden. Das gesamte Angebot, sowohl die Betreuung als auch die Kurse, wird bisher mit dem Einsatz von Honorarkräften sichergestellt. In Fortführung des KiTa-Angebotes werden immer häufiger Ganztagsangebote oder Früh- und Spätdienste nachgefragt. Beim Übergang von der KiTa zur Grundschule wird ein Betreuungsangebot entsprechend den KiTa-Zeiten gewünscht. Es ist also abzusehen, dass künftig eine erhöhte Nachfrage insbesondere nach Betreuungszeiten bestehen wird. Ein großes Feld der Betreuung entfällt nach Einrichtung einer DaZ-Klasse an der Bürgerschule auch auf Kinder mit Migrationshintergrund, insbesondere Kinder von Flüchtlingen. Das Erfordernis der Betreuung verhaltensauffälliger Kinder steigt ebenfalls ständig. Während des Schuljahres wurden 3 zusätzliche Kräfte für Hausaufgabenbetreuung eingesetzt.

 

Der Ausfall einer Kursleitung im Offenen Ganztag kann durch die Möglichkeit der Betreuung kompensiert werden. Der Ausfall einer Betreuungskraft führt zu massiven Problemen. Ein verlässliches Betreuungsangebot muss sichergestellt werden. Dies ist kaum noch mit Honorarkräften zu bewältigen. Honorarkräfte bzw. MitarbeiterInnen mit Ehrenamtspauschalen dürfen ein bestimmtes steuerfreies Jahreseinkommen nicht überschreiten und können somit bei dem erforderlichen Stundenumfang nicht das ganze Schuljahr abdecken. Es müssen somit ständig neue Honorarkräfte akquiriert werden um den Bedarf der Betreuung für ein ganzes Schuljahr abdecken zu können. Nach der derzeitigen Arbeitsmarktsituation steht kaum noch Fachpersonal zur Verfügung. Interessierte und qualifizierte Fachkräfte können zurzeit nur noch bei einer Festanstellung gewonnen werden.

 

Vor diesem Hintergrund schlägt die Verwaltung vor, künftig mindestens 1 Betreuungskraft (Erzieherin), die bisher schon als Honorarkraft an der Schule tätig ist, in ein festes Beschäftigungsverhältnis zu übernehmen. Mit einem Jahresarbeits­zeitkonto kann dann eine verlässliche Betreuung für 1 Schuljahr sichergestellt werden. Langfristig wäre dann auch der kostengünstige Einsatz einer Praktikantin möglich. Diese Kraft kann arbeitsvertraglich an den Betrieb des OGT gebunden werden, so dass bei einer Aufgabe des OGT auch die Stelle ersatzlos entfallen könnte. Dies würde zwar zu Mehrkosten i.H.v. ca. 10.000 €/Haushaltsjahr führen, aber ein zuverlässiges Betreuungsangebot mit einer qualifizierten Erzieherin sicherstellen.   

 


Finanzielle Auswirkungen:

Zu 1. und 2. Trägerschaft und Koordinatorin

Zur Gesamtfinanzierung des Offenen Ganztagsbetriebs wird auf die Drucksache SV/2015/008-1 verwiesen.

Durch den Wechsel der Trägerschaft konnten bei Verbesserung des Angebotes und erhöhtem Verwaltungsaufwand Einsparungen erzielt werden.

Trotz Einsatz der Koordinatorin wird nach einer Prognose das Gesamtdefizit im Haushaltsjahr 2015 gegenüber dem in 2013 noch um 3.951,00 € reduziert werden können.

 

Zu 3. Betreuung

Die Festanstellung einer Betreuungskraft würde zu Mehrkosten i.H.v. ca. 10.000 €/Haushaltsjahr führen. (jährliche Personalkosten i.H.v. ca. 19.000 € abzügl. bisher eingesetzter Honorarkosten i.H.v. ca. 9.000 €)

Das Gesamtdefizit sämtlicher Aufwendungen (Personal-, Sach- und Verpflegungs­kosten) würde sich dann um ca. 6.000,00 € auf 54.220 € gegenüber 48.171 € in 2013 erhöhen.

 

Gesamtbetrachtung

Unter Berücksichtigung dass bei Fortführung der Trägerschaft durch die Steinburg Sozial gGmbH bei gleichem Leistungsstandard ein weitaus höherer Zuschussbedarf entstanden wäre, ist die Erhöhung des Defizits um 6.000 € in einem Zeitraum von 2 Jahren bei Verbesserung der Leistungen und gestiegenem Verwaltungsaufwand als gering zu betrachten. Dem gegenüber steht dann aber ein verlässliches Betreu­ungsangebot mit einer qualifizierten Kraft. 

 


Anlagenverzeichnis:

Anlage 1: Bericht über den Offenen Ganztagsbetrieb im Schuljahr 2014/15

Anlage 2: Drucksache SV/2014/002-2

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 2 1 Bericht über den Offenen Ganztagsbetrieb im Schuljahr 2014/15 (109 KB)      
Anlage 1 2 Drucksache SV-2014-002-2 (2123 KB)