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Vorlage - /2014/120  

Betreff: Förderung von Familienzentren
Interessenbekundung der Familienbildungsstätte für ein Familienzentrum in Glückstadt
Status:öffentlich  
Federführend:Fachbereich III - Familie, Bildung, Soziales und Integration   
Beratungsfolge:
Sozialausschuss
11.11.2014 
Sitzung des Sozialausschusses ungeändert beschlossen   
Hauptausschuss
24.11.2014 
Sitzung des Hauptausschusses ungeändert beschlossen   
Stadtvertretung der Stadt Glückstadt
18.12.2014 
Sitzung der Stadtvertretung der Stadt Glückstadt ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
Erlass zur Förderung von Familienzentren 2014  
Kurzkonzept der Familienbildungsstätte  

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag


Der Sozialausschuss empfiehlt,

 

  1. die Antragstellung der Familienbildungsstätte an den Kreis Steinburg im Rahmen des Interessenbekundungsverfahrens für die Einrichtung eines Familienzentrums in Glückstadt zu unterstützen,
  2. die Verwaltung zu beauftragen, die Konzepterstellung zu begleiten,
  3. im Haushalt 2015 vorsorglich einen Betrag von 2.500 € als Zuschuss zur Förderung von Familienzentren einzustellen.


 

 


Sach- und Problemdarstellung:

Sach- und Problemdarstellung:

 

Um die Weiterentwicklung der Kita Elbbande zu einem Familienzentrum zu unterstützen, schlägt die Verwaltung - sofern dem Antrag der Familienbildungsstätte vom Kreis Steinburg stattgegeben wird - vor, die Antragstellung der Familienbildungsstätte für die Einrichtung und Förderung eines Familienzentrums in Glückstadt sowie die Konzepterstellung eng zu begleiten.

 

Weitere Interessenbekundungen aus der Stadt Glückst liegen dem Kreis nicht vor.

Was ist ein Familienzentrum?

Familienzentren sind in erster Linie Tageseinrichtungen für Kinder. Zusätzlich zu dem Angebot der Kindertagesstätte nehmen sie die Familie insgesamt in den Blick und bieten Beratung und Unterstützung an. Diese leisten sie selbst bzw. es werden Fachleute ins Haus geholt. Durch eine Kooperation / Vernetzung insbesondere der Kita´s und Schulen untereinander aber auch mit anderen Institutionen vor Ort, können Angebote entwickelt werden, die die veränderte Familiensituation heute, die demografische Entwicklung und den steigenden Unterstützungsbedarf der Eltern, aber auch der Flüchtlingsfamilien, der bei den KiTas und Schulen ankommt, berücksichtigt.

 

Die Träger von Familienzentren müssen folgendes Aufgabenprofil erfüllen:

 

  1. wohnortnahe Unterstützung für Familien durch niedrigschwellige Angebote,
  2. die Einrichtung ist eine Anlaufstelle für Familien im Sozialraum,
  3. es ist eine bestehende, den Familien bekannte Einrichtung, die sich zu dieser Anlaufstelle weiterentwickelt. (KiTa, Schule) oder eine Institution, die mit einer KiTa oder Schule vernetzt ist (Familienbildungsstätte, Mehrgenerationenhaus),
  4. die Einrichtung hält Betreuungsangebote und begleitende Hilfen vor,  kooperiert und vernetzt bestehende oder neu entstehende Angebote für Familien,
  5. es geht darum, Angebote stärker aufeinander abzustimmen und Kooperation zu ermöglichen.

 

Die Familienzentren sollen Angebote in folgenden Handlungsfeldern entwickeln:

 

  1. Stärkung der Kompetenz durch individuelle Beratung und Begleitung der Eltern,
  2. Förderung der bruchlosen Bildungsbiographie,
  3. Stärkung des effektiven Übergangs von der Kita zur Grundschule
  4. Förderung von sozial besonders benachteiligten Kindern,
  5. Stärkung der Erziehungskompetenz durch Elternbildung,
  6. Förderung der Integration,
  7. Unterstützung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch z.B. Ganztagsbetreuungsangebote.

 

Mindestens drei der sieben Handlungsfelder müssen im Konzept der Einrichtung angelegt sein. Darüber hinaus müssen darin die Zielgruppe, Aussagen über Ziele, Angebote, Angebotsinhalte und -formen zur Herstellung des Zugangs zur Zielgruppe, ein Konzept zur Qualitätssicherung, Dokumentation und Evaluation sowie ein Kostenplan enthalten sein.

 

Welche finanzielle Unterstützung erhalten Familienzentren?

Mit dem als Anlage 1 beigefügten Erlass vom 18.07.2014 gewährt das Land 2014 Fördermittel für die Entwicklung von Familienzentren. Zuschussempfänger sind die Kreise und kreisfreien Städte. Sie sollen als örtliche Träger der öffentlichen Jugendhilfe die Mittel in eigener Verantwortung nach Maßgabe der Zuschussvoraussetzungen an die Träger weiterleiten. Dabei ist die Trägerlandschaft in den jeweiligen Kreisen und kreisfreien Städte von öffentlichen und freien Trägern von Einrichtungen (Kindertageseinrichtung, Schule, Familienbildungsstätte und Mehrgenerationenhaus) zu berücksichtigen. Für das Haushaltsjahr 2014 stehen zur Förderung von Familienzentren 1,3 Mio. € zur Verfügung.

 

Zuschüsse an Träger von Familienzentren können in 2014 grundsätzlich bis 15.000 € je Einrichtung gewährt werden. Mit den Mitteln werden Personal-, Honorar- und Sachkosten gefördert. Die Träger können bis zu 50 % der Zuweisung für die Konzepterstellung, Prozessbegleitung sowie für Beteiligungsverfahren verwenden.

 

Einrichtungen erhalten die finanzielle Förderung im Umfang einer halben Fachkraftstelle (TVöD S 8) sowie Sachkosten und Gemeinkosten. Die 15.000 € beziehen sich auf 6 Monate (Juli bis Dezember 2014).

 

Die Förderung von Familienzentren ist, vorbehaltlich einer haushaltsrechtlichen Ermächtigung, ein auf Dauer angelegtes Förderprogramm, das ab 2015 mit jährlich 2,5 Mio. € für 100 Familienzentren veranschlagt werden soll. Dies ergäbe 25.000 € pro Zentrum. Der konkrete Erlass ab 2015 liegt jedoch noch nicht vor.

 

Der Kreis Steinburg  kann für 2014 anteilig Mittel in Höhe von 53.200 € erhalten. Für die eigenen Verwaltungsaufwendungen können bis zu 1% der Fördersumme einbehalten werden, so dass für Einrichtungen im Kreis Steinburg 52.668 € (53.200 € ./. 532 €) zur Auszahlung gelangen können.

 

Wer entscheidet über die Förderung?

Zuschussempfänger sind die Kreise. Bei der Weiterleitung der Mittel ist die Trägerlandschaft in den jeweiligen Kreisen von öffentlichen und freien Trägern von Einrichtungen (KiTas, Schule, FBS, MGH) zu berücksichtigen. Voraussetzung für die Förderung ist eine Sozialraumanalyse durch die Kreise. Auf dieser Basis entscheiden die Kreise, wo Regeleinrichtungen zu Familienzentren weiter entwickelt werden.

 

Wie sieht das Verfahren zur Vergabe der Mittel aus?

Der Kreis hat mit Mail vom 13.08.2014 über den Fördererlass informiert und bis zum 31.08.2014 um Vorlage einer Interessenbekundung und eines Kurzkonzeptes gebeten. Die Familienbildungsstätte hat die Verwaltung unverzüglich darüber in Kenntnis gesetzt, dass sie beabsichtigt, ihr Interesse für ein Familienzentrum in Glückstadt zu bekunden. Ein Kurzkonzept ist als Anlage 2 beigefügt. Am 23.09.2014 hat ein Informationsgespräch zur Förderung von Familienzentren stattgefunden. Insgesamt gibt es fünf Bewerber, im Kreis Steinburg können voraussichtlich nur 3 Einrichtungen berücksichtigt werden. Da der Wunsch bei einigen Trägern auf einen Fördereinstieg in diesem Jahr besteht, wurden die Träger mit Mail vom 14.10.2014 gebeten, eine Konzeption sowie einen aktuellen Finanzplan für 2014 bis zum 31.10.2014 vorzulegen bzw. verbindlich zu erklären, ob eine Förderung erst ab 2015 angestrebt wird. Der Kreis hat weiter mitgeteilt, dass er bemüht sein wird, in der 1. Novemberwoche eine Entscheidung zu treffen und die entsprechenden Mittel beim Land zu beantragen. Dafür ist seitens des Kreises zunächst eine Sozialraumanalyse und eine schlüssige Beschreibung der Interessenbekundungen mit ausreichenden Begründungen der Auswahl ausreichend. Das Familienzentrum selbst muss dann in das kommunale Gesamtkonzept des Kreises eingebunden werden.

 

Wie geht es weiter?

Sofern ein aktueller Sachstand vorliegt, wird ergänzend mündlich in der Sitzung am 11.11.2014 berichtet.

 

 

 


Finanzielle Auswirkungen:

Finanzielle Auswirkungen:

Sollte dem Zuschussantrag der FBS nach der Interessenbekundung vom Kreis Steinburg stattgegeben werden, so wird die ½ Personalstelle der Koordinierungskraft zunächst gefördert. Bis jetzt besteht lediglich ein Fördererlass bis zum Ende des Jahres 2014. Grundsätzlich ist beabsichtigt, die Förderung dauerhaft einzurichten, jedoch durch entsprechende Fördererlasse jeweils für das entsprechende Haushaltsjahr. Die langfristigen finanziellen Auswirkungen - auch in Bezug auf möglicherweise entstehende Investitionskosten - sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht bezifferbar.


Der Erlass sieht lediglich eine grundsätzliche Beteiligung Dritter an der Finanzierung vor. Diese kann erbracht werden über Elternbeiträge, Spenden und durch die Bereitstellung von Räumlichkeiten und Ausstattung. Somit müssen nicht zwingend Mittel der Stadt Glückstadt bereitgestellt werden, ebenso sind auch nicht zwingend Elternbeiträge oder Spenden vorgeschrieben. Da sich die Angebote hauptsächlich an Familien mit geringem Einkommen richten werden, ist davon auszugehen, dass keine bzw. nur geringe Elternbeiträge erhoben werden können, weil Angebote ansonsten möglicherweise nicht von der Zielgruppe angenommen werden würden.

 

Die Fördersumme von 25.000 € ist für eine ½ Personalstelle TVöD S 8 zu verwenden. In geringem Maße stehen dann noch Sachkosten zur Verfügung, die für etwaige Honorarkosten verwendet werden können. Aktuell ist nicht bekannt, ob diese Sachmittel ausreichend sein werden.  Aus diesem Grunde wird für das Jahr 2015 vorsorglich ein Betrag von 10 % der Fördersumme (25.000 €), also 2.500 €, als Zuschuss im Haushalt 2015 eingeplant. 


 

 


Anlagenverzeichnis:

Anlagenverzeichnis

 

  1. Erlass zur Förderung von Familienzentren 2014
  2. Kurzkonzept der Familienbildungsstätte


 

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Erlass zur Förderung von Familienzentren 2014 (1113 KB)      
Anlage 2 2 Kurzkonzept der Familienbildungsstätte (499 KB)