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Vorlage - /2022/086  

Betreff: Neugestaltung Fleth / "Point de Vue"
Status:öffentlich  
Beratungsfolge:
Bauausschuss
01.06.2022 
Sitzung des Bauausschusses geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

Beschlussvorschlag:

Unter Berücksichtigung der ausstehenden Zustimmung des Ministeriums für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung ergeht folgender Beschluss:

 

Im Rahmen der Städtebauförderungsmaßnahme „Neugestaltung und Aufwertung des Bereichs entlang des Fleths“ soll an Stelle eines Kunstwerkes mit vorgeschaltetem Künstlerwettbewerb ein barrierearmes Informationselement für u.a. Menschen mit Sehbehinderungen geschaffen werden.

 

Entsprechend der Planungen des Büro Wuttke soll am Süderfleth als „Point de Vue“ das Informationselement als spitz zulaufendes Granitelement mit Messingspitze sowie ein historisches Blinden-Stadtmodell aus Bronze gem. Visualisierung (Variante 1) hergestellt werden.


Sach- und Problemdarstellung:

Der Bauausschuss hat in seiner Sitzung am 21.06.2018, mit Beschluss zur Drucksache 2018/110 (Grundsatzbeschluss) sowie in der Sitzung vom 26.02.2019, Drucksache 2019/003 (Beschlussfassung zur Gestaltung), die Umsetzung der Städtebauförderungsmaßnahme „Neugestaltung und Aufwertung des Bereichs entlang des Fleths“ im Rahmen der städtebaulichen Gesamtmaßnahme „Zukunftsgestaltung Daseinsvorsorge“ beschlossen.

 

Im Rahmen der Maßnahme wurde auch die Umsetzung eines Kunstwerkes am Ende des Süderfleths als „Point de Vue“ beantragt (Kostenschätzung 14.900 Euro brutto). Zur Durchführung der Errichtung des Kunstwerkes wird gem. Städtebauförderrichtlinie des Landes Schleswig-Holstein die vorgeschaltete Durchführung eines Künstlerwettbewerbes auferlegt.

 

In Vorbereitung des Künstlerwettbewerbes wurde festgestellt, dass der durchzuführende Künstlerwettbewerb aufgrund der Verfahrensrichtlinien, Fachpreisrichter, Preisgelder etc. einen Kostenrahmen von rd. 45.000 Euro brutto aufweisen würde. Die beteiligten Künstler*innen wiesen außerdem darauf hin, dass die Kosten des Kunstwerkes auf mind. 30.000 Euro brutto erhöht werden sollten, damit eine Beteiligung erfolgt. Aufgrund der unangemessen hohen Kosten wurden die Vorbereitungen nach Beratung der Fraktionsvorsitzenden am 15.02.2021 eingestellt.

 

Auf Grundlage dieser Erkenntnis ist die Verwaltung bzw. der Sanierungsträger ins Gespräch mit dem Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung als Fördermittelgeber gegangen. Es wurde mitgeteilt, dass aus Fördersicht grundsätzlich die Änderung der Planung von einem Kunstwerk in ein Informationselement möglich sei.

 

Die Stadt Glückstadt hat sich bereits in den Vorbereitenden Untersuchungen mit IEK, im Zukunftskonzept Daseinsvorsorge sowie im gesonderten Gutachten „Barrierefreies Glückstadt – Untersuchung im Rahmen des „Zukunftskonzeptes Daseinsvorsorge“ mit der Grundlage des barrierefreien Wegesystems, die Barrierefreiheit bzw. Inklusion als fundamentales Ziel der Stadtsanierung im Sinne der nachhaltigen und zeitgemäßen Nutzbarkeit zur Aufgabe gemacht.

Mit der barrierearmen Wegeführung vom Bahnhof über den Marktplatz, entlang des Fleths und weiter zum Hafen als touristische Hauptroute ist dabei ein wichtiges Ziel erreicht.

Am Süderfleth ist nun entlang dieser Hauptroute ein spitz zulaufendes oder gestuftes Granit-Mauerelement mit Messingspitze und historischem oder modernem Stadtmodell vorgesehen (vgl. Anlagen).

Das dreidimensionale, bronzene Blinden-Stadtmodell ermöglicht auch Menschen mit Sehbehinderungen, ihre Stadt zu erfühlen, die Dimensionen zu verstehen und den historischen, sehr besonderen Stadtgrundriss, die Straßenführung und Gebäudebeschaffenheit zu erleben. Das Granitelement mit ggf. Messingspitze (Variante 1) oder als Granitstufen (Variante 2) ausgeführt leitet den Blick des Betrachtenden am Marktfleth zum Modell und führt entlang der barrierearm ausgebauten Hauptroute Am Fleth in Richtung Hafen.

Bei Erstellung des historischen Modells soll der Stadthistoriker eingebunden werden.

 

Vorbehaltlich der Abstimmung mit dem Ministerium für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung soll neben dem Point de Vue ein solches Blinden-Stadtmodell am Standort Süderfleth umgesetzt werden. Es ist beabsichtigt, die Kosten im Rahmen der Maßnahme Umgestaltung Fleth durch die Städtebauförderung zu finanzieren. Am Standort Marktplatz wäre diese Maßnahme nicht förderfähig.


Finanzielle Auswirkungen:

Die vorgesehenen und beantragten 14.900 Euro brutto werden je nach Variante durch rd. 15.000 – 20.000 Euro brutto für das Mauerelement sowie rd. 27.370 - 35.700 Euro brutto für ein Blinden-Stadtmodell in Bronzeguss ersetzt.

Gesamtkosten: rd. 42.370-55.700 Euro brutto statt 14.900 Euro brutto.

 

Die Gelder sind auf dem Treuhandkonto vorhanden (unter Voraussetzung der vollumfänglichen Zustimmung des Ministeriums für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung), ein Beschluss hat keine Auswirkungen auf den städtischen Haushalt.

 

Sollte das Ministerium die Maßnahme negativ bescheiden, erfolgt eine erneute Beratung im Bauausschuss.


Anlagenverzeichnis:

1. Variante 1 – spitz zulaufendes Granitelement mit Messingspitze und Blinden-Stadtmodell

2. Variante 2 – gestuftes Wandelement mit Blinden-Stadtmodell

3. Kostenaufstellung

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 3 1 1. Variante 1 – spitz zulaufendes Granitelement mit Messingspitze und Blinden-Stadtmodell (1994 KB)      
Anlage 1 2 2. Variante 2 – gestuftes Wandelement mit Blinden-Stadtmodell (1537 KB)      
Anlage 2 3 3. Kostenaufstellung (966 KB)