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Vorlage - /2022/006  

Betreff: Wasmer-Palais / Wandbild im Treppenhaus
Status:öffentlich  
Art:Mitteilung
Beratungsfolge:
Bauausschuss
25.01.2022 
Sitzung des Bauausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sach- und Problemdarstellung:

In einer Vorstandssitzung der Musikschule im November 2021 wurde das Wandbild im Treppenhaus des Wasmer-Palais, das einen „Mohren“ darstellt, thematisiert und als rassistisch bewertet.

 

Zu diesem Bild heißt es im Glückstadtführer von Hans-Reimer Möller:

„Durch das Treppenhaus mit seinen eigenartig „marmorierten“ Wänden gelangt man in den Oberstock. Aus einer Illusionstür schaut ein gemalter Mohr heraus, nicht mehr der ursprüngliche, denn der hatte ein Messer im Mund. Das erschien dem Glückstädter Malermeister Milkereit um 1900 als zu beängstigend für Schüler, die durch die gegenüberliegende Tür zum Rektor mussten und sich damit in bedrohlicher Lage befanden. Er malte also einen neuen Mohren ohne Messer gleich mit, als er das Treppenhaus zu tünchen hatte. Das gutgemeinte Werk des Malermeisters war gar zu primitiv geraten und sollte dennoch für 10.000,- DM restauriert werden. Das missfiel zwei jungen Lehrern sehr. Der eine von ihnen malte den Milkereitschen Mohren sehr viel kostengünstiger ab auf eine Hartfaserplatte mit einigen kleinen Korrekturen. Dann zerstörten sie das arg lädierte Bild ganz und ersetzten es durch das jetzt vorhandene.“

 

Die Untere Denkmalschutzbehörde hat auf Nachfrage der Stadt zu diesem Bild folgende Stellungnahme abgegeben:

Es wurde auf eine Holzfaserplatte aufgemalt und gehört damit nicht zur barocken Ausstattung des Treppenhauses. Die Holzfaserplatte ist der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts zuzuordnen. Aus denkmalfachlicher Sicht ist daher eine Durchsetzung des Erhalts des Bildes nicht gerechtfertigt. Dennoch gehört die Geschichte des Mohrenbildes m. E. zur Geschichte des Hauses, da diese sogar im Glückstadtführer erwähnt ist.

Wenn das Bild nun in Frage gestellt wird, könnten zwei Türblätter gemäß der vorhandenen barocken Türen im Treppenhaus nachgefertigt werden. Diese könnten zur Erläuterung der Geschichte des Mohrenbildes bei Bedarf geöffnet werden.

Die Entscheidung zum Umgang mit diesem Bild ist keine denkmalpflegerische sondern eine gesellschaftliche.

 

Die Verwaltung wird nun ein Angebot zu dem Vorschlag der Denkmalpflege einholen und zur Beschlussfassung vorlegen.


Anlagenverzeichnis:

Keine Anlagen