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Vorlage - /2014/062  

Betreff: Inwertsetzung der Freitreppe und der Fassade des historischen Rathauses
Mitteilung über eine überplanmäßige Ausgabe im Wege der Eilentscheidung
Status:öffentlich  
Federführend:Fachbereich IV - Technik und Stadtentwicklung   
Beratungsfolge:
Hauptausschuss
26.06.2014 
Sitzung des Hauptausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Anlage/n

Sach- und Problemdarstellung:

Sach- und Problemdarstellung:

 

Die Arbeiten an der Freitreppe gestalteten sich bisher deutlich schwieriger und kostspieliger als erwartet. Am 25.03.2014 hatten interessierte Bauausschuss­mitglieder vor der Bauausschusssitzung Gelegenheit, sich vor Ort durch das mit der Planung und Bauleitung beauftragte Architekturbüro zu informieren.

 

Art und Leistungsfähigkeit der Gründung des Rathaus-Altbaus waren aufgrund einer Forderung der Prüfstatik zwingend zu ermitteln. Der rechnerische Nachweis bei Anwendung der heute geltenden Normen gelang nicht. Die heute nötigen Sicher­heitsbeiwerte wurden knapp verfehlt. Die Eigenlast der Fassade wurde ermittelt, der Baugrund wurde untersucht und es wurden mehrere Such-Bohrungen durchgeführt, in der Hoffnung eine hölzerne Pfahlgründung zu finden – ohne Erfolg.

Um nicht mit viel Aufwand in 1,25 m breiten Abschnitten nach DIN 4123 abbrechen und betonieren zu müssen, einigten sich Statik und Prüfstatik schließlich auf Anwendung der sogenannten Beobachtungsmethode nach DIN 1054 als einzig möglichen Ausweg: parallel zum Abbruch der Freitreppe wurden regelmäßig eigens dafür angebrachte Setzungsmarken am Altbau durch ein Vermessungsbüro einnivelliert. Eine Bewegung des Altbaus von mehr als 1 mm hätte zunächst Baustopp und dann abschnittsweises Weiterarbeiten bedeutet. Zwischenzeitlich ist der Abbruch der Treppe erfolgt, ohne jegliche Bewegung des Altbaus.

 

Aufgrund einer Auflage in der Baugenehmigung und als Eigentümer bestand die gesetzliche Pflicht, das Landesamt für Archäologie einzuschalten und den Aufwand für Aufnahme und Dokumentation der tatsächlich angetroffenen Funde zu bezahlen. Es wurden im Jahr 1640 geschlagene Hölzer aus Schweden/ Gotland gefunden, die längs und teilweise kreuzweise vor der Fassade lagen. Die Ausarbeitung des Landesamtes liegt noch nicht vor.

 

Nach einer Bemusterung der Ziegelsteine und Mörtelfarben ergab sich durch Forderung der Denkmalpflege die Notwendigkeit, einen Mörtel mit Sonderfarbton und höheren Preisen zu verwenden.

 

Zudem ist eine Korrektur des Architektenhonorars vorzunehmen, die unabhängig von der Erhöhung der Baukosten erforderlich ist.

 

Es ergibt sich eine Erhöhung der Kosten gegenüber der Kostenberechnung (Sept. 2013) bzw. dem Kostenanschlag (Feb. 2014) und den zur Verfügung stehenden Haushaltsmitteln verursacht durch:

 

1)       zusätzliche Aufwendungen bei der Freitreppe

1a)   durch Statik und Prüfstatik ca. 5000 €

1b)   durch Baugrunduntersuchungen ca. 5000 €

1c)   durch regelmäßiges Nivellement der Setzungsmarken ca. 3500 €

1d)   durch Archäologie ca. 4000 €

2)       Mehrkosten beim Mörtel aufgrund Bemusterung/Auflage Denkmalschutz ca. 14.000 €

3)       Korrektur bei Honorarermittlung ca. 18.500 €

 

Es gilt zu bedenken, dass dies kein Kostenanschlag und vor allem keine Kosten­feststellung ist. Einige Mehr- und Minderkosten werden sich gegenseitig ausgleichen. Die Leistungen im Inneren des Gebäudes sind jedoch noch nicht in Angriff genommen. Mögliche Minder- und Mehrkosten in der Zukunft lassen sich jetzt noch nicht absehen.

 

Entscheidung des Bürgermeisters

Um die Maßnahme nicht zu gefährden, hat der Bürgermeister entschieden, 50.000 € überplanmäßig zur Verfügung zu stellen bei der Kostenstelle 1.1.1.080/0600.785100.

Dringende Maßnahmen, die sofort ausgeführt werden müssen, ordnet der Bürgermeister gem. § 65 Abs. 4 GO für die Stadtvertretung und für die Ausschüsse an (Eilentscheidungsrecht).

Von einer Eilentscheidung kann u.a. Gebrauch gemacht werden, wenn die Interessen der Stadt ohne sofortiges Tätigwerden ernstlich gefährdet werden.

 

Die Baumaßnahme jetzt zu stoppen, kommt nicht in Frage, da die Freitreppe wieder denkmalgerecht herzustellen ist als Ein- und Ausgang und auch als Fluchtweg. Zudem würde es den Verlust von Fördermitteln bedeuten und zu einer weiteren Bauzeitverlängerung führen innerhalb der für die Touristen und Gastronomen besonders interessanten Sommersaison. Es wäre ein unwirtschaftliches Vorgehen.

 

Da es im rechtskräftigen Haushalt 2014 keine Deckungsmöglichkeit gibt, sollen die Mittel im Nachtragshaushalt bereitgestellt werden.

 

 


Anlagenverzeichnis:

Anlagenverzeichnis

 

Keine Anlagen