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Vorlage - /2020/022-1  

Betreff: Stadtteiltreff Glückstadt-Nord
Bericht zum Sachstand
Status:öffentlich  
Art:MitteilungBezüglich:
/2020/022
Federführend:Fachbereich IV - Technik und Stadtentwicklung   
Beratungsfolge:
Bauausschuss
03.06.2020 
Sitzung des Bauausschusses      

Sachverhalt
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sach- und Problemdarstellung:

Grundsätzlich sehen die Städtebauförderungsrichtlinien 2015 als Voraussetzung für den Einsatz von Städtebauförderungsmitteln für hochbauliche Planungswettbewerbe im Rahmen einer Baumaßnahme die Anwendung der "Richtlinie für Planungswettbewerbe" (RPW 2013) vor. Aufgrund der geschätzten Baukosten für den Stadtteil-Treff ist die Stadt Glückstadt zwar nicht zwingend an die Durchführung eines Wettbewerbs gebunden, die Alternative wäre aber die Ausschreibung der Planungsleistung und die anschließende Beauftragung eines Architekturbüros, ohne dass vorher im Einzelnen klar würde, in welche Richtung die Planung geht. Dies würde aber den hohen Anforderungen an die Planung nicht gerecht, denn das zentrale Bauvorhaben für den Stadtteil verlangt nach verschiedenen Lösungsansätzen und der Auswahl der besten Lösung. Die bisherigen Beteiligungsverfahren haben bereits aufgezeigt, welche unterschiedlichen und vielfältigen Anforderungen und Wünsche es hinsichtlich des Standortes des Stadtteiltreffs in der Grünanlage, der Gestaltung des Gebäudes, der Gestaltung der Freiflächen und der Verknüpfung von Gebäude und Außenanlagen gibt.

 

Aufgrund der geschätzten Planungskosten ist ein freiraumplanerisch / hochbaulicher Wettbewerb europaweit auszuschreiben. Ein "klassisches" Ausschreibungsverfahren nach RPW 2013 wäre ein Verfahren, bei dem eine Bürgerbeteiligung nur eingeschränkt möglich wäre. Bürger*innen könnten zwar im Rahmen der Erstellung des Auslobungstextes für den Wettbewerb beteiligt werden und sogar im Preisgericht, das die Wettbewerbsergebnisse bewertet, vertreten sein, Erfahrungen mit solchen Verfahren zeigen aber, dass es für Laien äußerst schwierig ist, ihre Vorstellungen im Rahmen dieser Möglichkeiten nachhaltig einzubringen. Hinzu kommt, dass bei solchen Verfahren die Anonymität zu wahren ist, das heißt die Bewohnervertreter*innen dürfen vor Beendigung des Wettbewerbs keine Zwischenstände über die Planungen etc. in den Stadtteil tragen. Nach Abschluss des Wettbewerbs würden das Ergebnis und der Weg zu dem Ergebnis der Öffentlichkeit erläutert. Eine öffentliche Ausstellung würde sich anschließen.

 

Eine Alternative wäre ein sogenanntes "zweistufiges Verfahren" (Realisierungswettbewerb mit vorgeschaltetem Ideenwettbewerb). In der 1. Stufe würde in einem Ideenwettbewerb ein Grundkonzept erstellt. Nach Abschluss der 1. Stufe wird die Anonymität aufgehoben. Die Bürger können über vorgelegte Entwürfe/Ideen und Auswahl/Ausscheidungsgründe informiert werden und Anregungen abgeben. Die 2. Stufe besteht aus einem Realisierungswettbewerb mit aus der ersten Stufe ausgewählten Teilnehmern (5-10 TN/Entwürfe)

 

Die Verfahrensart mit der breitestmöglichen Bürgerbeteiligung wäre ein Vergabeverfahren mit im Teilnahmewettbewerb eingebundener Mehrfachbeauftragung. Dabei könnten die Bürger*innen bereits über die Entwürfe diskutieren und an ihrer weiteren Ausgestaltung beteiligt werden. Ein solches Verfahren bedeutet einen Mehraufwand, da die teilnehmenden Architekturbüros (in der Regel 3 - 5 Büros) für Ihre Leistung auf Grundlage der "Honorarordnung für Architekten und Ingenieure" angemessen zu vergüten sind (in der Regel für die Vorentwurfsplanung). Diese Kosten können aber später teilweise auf den Planungsauftrag angerechnet werden.

Ein solches Verfahren läge außerhalb eines RPW-Regeln, würde aber - wie eine Vorabstimmung ergeben hat - die Zustimmung der bei der Durchführung von Wettbewerben zu beteiligenden Architekten- und Ingenieurkammer Schleswig-Holstein erhalten. Letztendlich entscheidet das für die Bewilligung von Städtebauförderungsmitteln zuständige Innenministerium, ob dieses, von der Verwaltung bevorzugte Verfahren, gefördert würde. Die BIG-Städtebau hat am 08.05.2020 die Zustimmung des Innenministeriums für diese Wettbewerbsform beantragt.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlagenverzeichnis:

Keine Anlagen