Sprungziele
Seiteninhalt

Vorlage - /2020/050  

Betreff: Bahnquerung Tegelgrund
Status:öffentlich  
Beratungsfolge:
Bauausschuss
03.06.2020 
Sitzung des Bauausschusses geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

Die Bahnquerung Tegelgrund wird als höhengleicher Bahnübergang hergestellt. Der Sanierungsträger wird beauftragt, Förderungsmöglichkeiten abzuklären und mit dem Innenministerium abzustimmen.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sach- und Problemdarstellung:

Die Bahnquerung Tegelgrund ist Bestandteil des Maßnahmenpaketes im Städtebaufördergebiet "Nord". In den entsprechenden Vorbereitenden Untersuchungen wurde ausgeführt, dass die ebenerdige Querung als mögliche Variante im Zuge der Umsetzung dieses Paketes zu prüfen ist. Zwischenzeitlich wurde auf  Grundlage einer Preisumfrage die Fa. Eucon, Hamburg, die über umfangreiche Erfahrungen in der Planung von Bahnanlagen verfügt, im August 2019 mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie beauftragt. Diese liegt nun vor und ist als Anlage 1 beigefügt.

Planungen zum Bau einer Fuß- und Radwege-Verbindungsbrücke zwischen den Stadtteilen Tegelgrund und Glückstadt-Nord wurden bereits bei der Erschließung des Stadtteils Tegelgrund angestellt, jedoch zunächst nicht weiterverfolgt. In  der Sitzung des Bauausschusses vom 03.12.2002 wurde dann der Entwurf für eine Holzbrücke über die Bahn genehmigt, ein entsprechender Bebauungsplan wurde am 11.12.2003 als Satzung beschlossen. Ursprünglich ging man von Baukosten in einer Größenordnung von rund 700.000 € aus, in der Sitzung des Bauausschusses am 03.09.2013 wurde aber schon darauf hingewiesen, dass nunmehr eher mit Baukosten in einer Größenordnung von 1,2 - 1,5 Mio. € auszugehen sei. Mittel für den Bau standen weder 2003 noch 2013 zur Verfügung. Nun ergibt sich evtl. die Möglichkeit, für die Kosten einer Bahnquerung Städtebauförderungsmittel in Anspruch zu nehmen.

 

In der Machbarkeitsstudie vom März 2020 werden zwei verschiedene Varianten betrachtet: ein Brückenbauwerk und ein höhengleicher Bahnübergang.

Die geschätzten Baukosten stellen sich wie folgt dar:

Brückenbauwerk: 2.161.000 €

Bahnübergang:    530.000 €

 

Die Kosten für das Brückenbauwerk liegen deutlich über den ursprünglich geschätzten Kosten, weil

        nach dem heutigen DB-Regelwerk nicht Holz-, sondern Stahl oder Betonbrücken vorgesehen sind,

        die Brückenunterkante 0,80 m zu tief geplant wurde und deshalb nicht nur die Brücke größer dimensioniert werden muss, sondern auch die Anfahrtsrampen und

        bei der damaligen Planung nicht berücksichtigt wurde, dass für die Gründung der Brücke bestehende Leitungen zu verlegen sind. Allein hierfür (und für begleitende Maßnahmen) werden 900.000 € angesetzt. Die Kostentragung einer Leitungsverlegung ist in Konzessionsverträgen, Gestattungsverträgen oder ähnlichem mit der Stadt geregelt. Auf dieser Grundlage wäre zu prüfen, ob nicht die Versorgungsträger, hier überwiegend die Stadtwerke Glückstadt GmbH, an den o. a. Kosten zu beteiligen wären. Innerhalb des Sanierungsgebietes ist ggf. eine Förderung mit Städtebauförderungsmitteln möglich.

 

In der Machbarkeitsstudie werden jedoch nicht nur die Bau-, sondern auch die Betriebskosten betrachtet. Die befinden sich, hochgerechnet auf einen Zeitraum von 30 Jahren, in einer ähnlichen Größenordnung (255.000 € für die Brücke, 207.000 € für den Übergang). Für den Bahnübergang kommen weitere Kosten hinzu, weil er nach Fertigstellung in das Eigentum der DB übergeht und die zukünftigen Bauunterhaltungskosten abgelöst werden müssen.

 

Es ergibt sich damit folgende Gegenüberstellung der geschätzten Gesamtkosten:

 

 

Für eine Entscheidung, welche Bahnquerungsform gewählt werden sollte, sind jedoch nicht nur die Kosten, sondern auch andere Kriterien von Bedeutung. Daher wurde in der Machbarkeitsstudie eine Bewertung der Varianten anhand einer Fülle von Kriterien vorgenommen (siehe Ziffer 11.2).  Sie kommt zu dem Ergebnis, dass der höhengleiche Bahnübergang deutlich vorteilhafter ist. Selbst bei einer anderen Bewertung einzelner Kriterien würde sich die Differenz der Bewertungspunkte zwar evtl. verringern, aber wohl kaum zugunsten der Brücke ausfallen. Ein anderes Bild ergäbe sich allenfalls dann, wenn das Kriterium „Sicherheit“ als ausschlaggebend bewertet würde. Zu diesem Aspekt hatte die Verwaltung bereits in der Drucksache 2018/219  Erläuterungen gegeben.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Finanzielle Auswirkungen:

Im Maßnahmenkonzept des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) ist als Maßnahme 1.1 eine „Fußgängerbrücke über die Bahntrasse“ enthalten und ihre Bedeutung für die Erschließung und Vernetzung des Stadtteils Glückstadt-Nord beschrieben. Auf dieser Grundlage soll mit der Städtebauförderungsabteilung im Innenministerium geklärt werden, ob eine Förderung der Maßnahme aus Städtebauförderungsmitteln erfolgen kann. Die Maßnahme wurde in den Maßnahmenplan 2020 eingestellt, der im Februar 2020 beim Innenministerium eingereicht wurde. Alternativ ist eine Finanzierung aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) zu prüfen. Hier sind nach erster telefonischer Auskunft die Chancen aber eher gering, da die GVFG SH – Mittel (ÖPNV) einzusetzen sind für Baumaßnahmen, die den Zugang zum ÖPNV-Netz erleichtern.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Anlagenverzeichnis:

1. Machbarkeitsstudie

2. Lageplan Bahnübergang

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 1. Machbarkeitsstudie (3810 KB)      
Anlage 2 2 2. Lageplan Bahnübergang (527 KB)