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Vorlage - /2019/003-6  

Betreff: Umgestaltung des Fleths
Verlegung der Bushaltestelle "Am Markt"
Status:öffentlich  
  Bezüglich:
/2019/003
Federführend:Fachbereich IV - Technik und Stadtentwicklung   
Beratungsfolge:
Bauausschuss
20.06.2019 
Sitzung des Bauausschusses geändert beschlossen   

Beschlussvorschlag
Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n
Anlagen:
Kostenschätzung Inselbushaltestelle studio42 Wuttke Architekten  

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Beschlussvorschlag:

Der Bauausschuss beschließt, dass die Bushaltestelle „Am Markt“ nicht verlegt wird.

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Sach- und Problemdarstellung:

Im April 2019 wurde von den Grünen folgender Antrag gestellt (vgl. Drucksache 2019/003-4):

 

1. Norderfleth: fußläufige Anbindung der nördlichen Parkplätze im Bereich der Grünfläche

2. Bushaltestellen am Markt: Verlegung der Bushaltestellen als Inselhaltestelle vor den Gebäuden Am Fleth 55-59

 

 

Zu 1:

„Nicht befriedigend ist die Situation der nördlichen Stellplätze am Norderfleth. Um einen Parkschein zu ziehen, muss man den Fleth 2x queren, um an den Parkscheinautomaten zu kommen bzw. entlang bis zu 4 Parkbuchten auf der Straße gehen, um den Gehweg entlang des Fleths zum Parkscheinautomaten zu gelangen. Daher ist es notwendig, vor allem auch in Bezug auf eine angestrebte barrierearme Zugänglichkeit des Fleths, von allen Parkbuchten aus den Gehweg problemlos und ohne Einschränkungen erreichen zu können.“

 

Die Verwaltung hat den Sachverhalt geprüft. In diesem Bereich verläuft die Kreisstraße K8. Für eine Ausgestaltung eines Zebrastreifens etc. bedarf es eines Nachweises der täglichen Fußgängerquerungen. Beim Bau einer Querung würden Stellplätze entfallen.

Der Bereich liegt außerhalb des Bearbeitungsbereiches im Rahmen der städtebaulichen Gesamtmaßnahme und kann nicht weiterverfolgt werden. „

 

 

Zu 2.:

„Die vorhandene Bushaltestelle verhindert die Sicht- und Nutzungsbeziehung zwischen der Marktplatzfläche und dem Marktfleth beträchtlich. Insbesondere das Buswartehaus und an der Haltestelle stehende Busse (bis zu 2 Stück) verstellen den Blick auf den Marktfleth. Busfahrer verbringen häufig ihre Warte-/ Ruhezeit an der Haltestelle und behindern die Sichtbeziehung. Ca. 5-8 Fahrgäste nutzen die Haltestelle je Bus zum Ein- und aussteigen. Seit dem Bestehen der Haltestelle gibt es Konflikte zwischen Fahrgästen und Radfahrern. Durch die angedachte Verlegung ist die Haltestelle noch immer nahe am Marktzentrum und schafft im Bereich Marktfleth einen offeneren shared-space Charakter. Durch die angedachte Inselhaltestelle wird zudem der Verkehrsfluss in Richtung Markt besser reguliert und eine gewünschte langsamere Geschwindigkeit erzielt.„

 

Die Verwaltung und das Planungsbüro Studio42 haben den Antrag der Verlegung der Bushaltestelle geprüft.

 

Zu den Anfahrten der Linienbusse:

Derzeit fahren die Busse in der Zeit von Montag bis Freitag zwischen 06:56 Uhr und 18:59 Uhr die Bushaltestelle insgesamt 40 Mal Am Marktfleth an. Die Halte- bzw. Wartezeit liegt bei zwei bis max. acht Minuten – je nachdem, ob es anschließend in Richtung Tegelgrund, Herrenfeld oder Nord geht. Darüber hinaus gibt es über den Tag sechs vorgeschriebene Ruhepausen von 15 Minuten.

 

Ab Juli kommen zusätzlich sonnabends und sonntags voraussichtlich jeweils vier Fahrten hinzu.

 

Darüber hinaus halten Am Marktfleth von Montag bis Freitag 16 Überlandbusse in Richtung Elmshorn. Aus Richtung Elmshorn wird die Haltestelle 17 Mal angefahren. In Richtung Itzehoe sind es 15 und aus Richtung Itzehoe noch einmal 16 Zwischenstopps. Sonnabends finden laut Fahrplan 11 Touren nach/aus Itzehoe bzw. Elmshorn statt. An Sonn- und Feiertagen kommen 4 Fahrten nach Elmshorn hinzu. Die Haltezeiten der Überlandbusse am Markt sind verhältnismäßig kurz, auch nehmen deren Fahrer am Marktfleth keine Ruhepause ein. Die Busse halten stattdessen am Süderfleth hinter dem Hafenkreisel. 

 

Es wird bestätigt, dass aufgrund der Zeittaktung bei einigen Stopps drei Busse nahezu zeitgleich am Marktfleth eintreffen. Je nachdem, aus welcher Richtung der dritte Bus kommt, wartet dieser kurz bis zum Freiwerden eines Halteplatzes entweder am Süderfleth (Busbucht hinter dem Hafenkreisel) oder zwischen der Ente Am Fleth und dem Logger bzw. bittet seinen Kollegen vorher per Telefon um seine Weiterfahrt.

 

Die Idee, dass Busfahrer ihre Pausenzeiten auf der P & R-Anlage nehmen, ist bei einer Dauer von 15 Minuten und den ständig geschlossenen Bahnschranken nicht realistisch. Außerdem steht Busfahrern an der Pentzstraße keine Infrastruktur zur Verfügung.

 

Zum Baulichen:

Die im Antrag eingereichte Skizze für die Verlegung wurde geprüft und es wurde festgestellt, dass hinsichtlich fehlender Gehwegbreiten eine regelkonforme und barrierefreie Ausgestaltung nicht möglich ist. Ein Wartestand von 2,50 m Breite auf der Kopfseite ist zu klein. Der Wartestandbereich mit Platz beträgt vielmehr etwa sechs Meter für die sich wieder in den fließenden Verkehr einordnenden Busse, so dass den Bussen tatsächlich 18 Meter zur Verfügung stehen.

Bei einer Umsetzung würden weitere Parkplätze für den regulären Park-/Suchverkehr wegfallen. Solange ein Bus an der Haltestelle steht, um Passagiere aus- oder einsteigen zu lassen, würde sich der übrige Verkehr dahinter stauen, da ein Vorbeifahren nicht möglich ist. Höhere Emissionsaufkommen durch die langen Wartezeiten der PKWs gehen damit einher.

 

Die Konfliktsituation zwischen Radfahrer*innen und Fahrgästen würde auch bei einer Verlegung weiterhin aufgrund des Platzmangels bestehen bleiben. Der für den Radfahrverkehr freigegebene Gehweg am Marktfleth ist deutlich breiter als derjenige am Süderfleth.

 

 

Zum Tourismus:

Im Rahmen der weiteren Prüfung wurde eine Stellungnahme des Tourismusbüros bzw. der GDM eingeholt.

„Momentan ist vorgesehen, dass Tourismusbusse unter der Woche zum Halten, Ein- und Aussteigen die Parkbucht am Süderfleth nutzen. Lediglich an den Wochenenden, wenn der Stadtverkehr nicht gestört wird, dürfen diese am Marktplatz halten. Zum Parken werden die Reiseveranstalter auf die großen Parkplätze außerhalb des Innenstadtbereichs verwiesen. Eine ausführliche Erläuterung inkl. Stadtplan wird von uns an Reiseveranstalter versendet, soweit Kontakt aufgenommen wird, und steht auch auf unserer Internetseite als Download zur Verfügung: https://glueckstadt-tourismus.de/reiseveranstalter/.

 

Für die Touristenbusse ist ein zentraler Ein- und Ausstiegspunkt wichtig, wo die jeweils etwa 50- 60 Gäste in Ruhe ein- und aussteigen können, möglichst auch in unmittelbarer Nähe zu öffentlichen Toiletten. Zu Bedenken ist dabei, dass insbesondere die Gäste dieser Busreisen größtenteils so genannte Best Ager (55+) sind, die durchaus länger für den Ein- und Ausstieg benötigen. Darüber hinaus fahren diese Busse entweder Restaurants an oder werden von Stadtführern zu einem Rundgang abgeholt, so dass die fußläufige Nähe zum Marktplatz gewährleistet sein sollte.

 

Im Beschlussvorschlag wird die Verlegung der Haltestelle "Nördlich des Nettchens, Am Fleth 55-59" vorgeschlagen. Sollte es sich um die gleiche Haltestelle handeln, die zukünftig vom Stadtverkehr als ausschließliche Haltestelle genutzt werden soll, wäre eine Ansammlung der der Busse nicht zu verhindern, so dass durch das Halten der Touristenbusse den laufenden Verkehr (sowohl PKWs als auch Radfahrern und Fußgängern) behindern kann. Bereits heute ist zu erkennen, dass die Reiseveranstalter bei belegter Haltestelle die Haltestelle am Markt nutzen, da es keine Haltemöglichkeit gibt.

 

Es ist nachvollziehbar, dass der Wunsch der Verlegung der Bushaltestelle und die parkenden Busse aus dem Sichtbereich des Marktes geäußert wird. Es ist zwingend erforderlich, dass ein alternativer Haltepunkt keine neuen und zusätzlichen Konflikte hervorruft. „

 

 

Zu den Kosten:

Das Büro studio42 Wuttke Architekten hat eine Kostenschätzung vorgelegt (siehe Anlage). Danach sind für die Errichtung einer Bushaltestelle Am Süderfleth Kosten in Höhe von etwa 20.000 – 25.000 € (netto) einzuplanen. Hierin sind keine Kosten für den Rückbau der Fläche, für einen Fahrgastunterstand und Planung enthalten. Diese Kosten wären zusätzlich einzuplanen.

 

Zusammenfassend ist eine Verlegung der Haltestelle aus folgenden Gründen nicht sinnvoll:

 

- Wegfall von nötigen Parkplätzen

- Keine Wartezeiten für Busse

- Lange Wartezeiten für den fließenden Verkehr (auch Radfahrer) beim Ein- und Aussteigen

- Verstärkung des Konfliktes der Verkehrsteilnehmer Radfahrer, Fußgänger, Fahrgäste

- Höheres Emissionsaufkommen bedingt durch längere Wartezeiten des fließenden Verkehrs

- Kein Fahrgastunterstand

- Kosten

 

 

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

Finanzielle Auswirkungen:


 

 

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Anlagenverzeichnis:

Kostenschätzung Inselbushaltestelle studio42 Wuttke Architekten

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Kostenschätzung Inselbushaltestelle studio42 Wuttke Architekten (655 KB)