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Auszug - Umgestaltung des Fleths Brückenbelag  

Sitzung des Bauausschusses
TOP: Ö 7.4
Gremium: Bauausschuss Beschlussart: geändert beschlossen
Datum: Do, 20.06.2019 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:00 - 22:00 Anlass: Sitzung
Raum: Ratssaal des Rathauses
Ort: Am Markt 4, 25348 Glückstadt
Zusatz: Zu TOP 8 wird Herr Escosura, AC Planergruppe, und zu TOP 9 werden Frau Glüsing, BIG Städtebau GmbH und Herr Wuttke vom Planungsbüro "Atelier42" erwartet.
/2019/003-7 Umgestaltung des Fleths
Brückenbelag
   
 
Status:öffentlich  
  Bezüglich:
/2019/003
Federführend:Fachbereich IV - Technik und Stadtentwicklung   
 
Beschluss
Wortprotokoll

In Kenntnis der Drucksache ergeht folgender Beschluss:


 

Der Bauausschuss beschließt, dass der Brückenbelag in Variante D bei den fünf Fußgängerbrücken zu verwenden ist.

 

Der Weg zur Abstimmung und das Abstimmungsergebnis ist dem Gang der Beratung zu entnehmen.

 


Gang der Beratung:

Zu Beginn der Diskussion wird auf Nachfrage seitens BIG und Verwaltung festgestellt, dass eine weitere Verschiebung dieser Entscheidung zu deutlicher Verspätung der geplanten Maßnahme und ggf. zum Verlust von Fördermitteln führen wird. Der Beginn der Arbeiten ist für 2020 geplant. Nach eingehender Beratung, an der auch die Herren Wuttke vom Atelier-Studio 42 beteiligt sind, einigt sich der Bauausschuss, über die in der Beschlussvorlage 2019/003-7 aufgeführten 5 Varianten einzeln abzustimmen. Zur Auswahl stehen

 

Variante A: Brückenbelag aus Holz:

Das Büro studio42, Wuttke Architekten, schlägt als Variante eine Stegbohle aus Bangkirai vor. Vorteil dieses Materials ist der unproblematische Austausch der defekten Stegbohlen. Die Bewirtschaftung und die Nachhaltigkeit dieses Materials sind bekannt. Die Lebensdauer betrage ca. 10 – 12 Jahre.

Kostenfaktor ca. 11.000 Euro (netto) für 5 Brücken.

 

Variante B: Brückenbelag aus Kunststoff:

Der Kunststoffbelag wird als zweite Variante durch das Büro studio42 vorgeschlagen. Dieses Material

ist langlebig. Unproblematisch beim Austausch bei Defekten. Nachteilig kann sich eventuell die statische Verstärkung auswirken, da bei Kunststoffen eine Tragfähigkeit freitragend bis 1m gegeben ist.

Kostenfaktor ca. 16.500 Euro (netto) für 5 Brücken.

 

Variante C: Brückenbelag aus Glas:

 

Das Büro studio42, Wuttke Architekten konnte kein Muster des von ihm geplanten Belages vorlegen. Vorhanden war nur ein "ähnliches" Muster, welches aber ausdrücklich nicht als geplanter Belag bezeichnet wurde. Glaselemente im Außenbereich erfüllen die Anforderung der DIN 18008-5 und DIN 18008-1. Somit ist ein Brückenbelag aus Glas in Deutschland zulässig. Das Büro studio42, Wuttke Architekten, hat deutsche Herstellerfirmen von begehbaren Verglasungen gefunden, die die Glaselemente für die Brücken in Glückstadt herstellen können. Eine Trittsicherheit wird durch Noppen oder dauerhafte Antirutschbeschichtung gewährleistet. Eine Realisierung der Brücken mit einem Brückenbelag aus Glas wäre derzeit einzigartig in Deutschland mit einer großen Strahlkraft über Glückstadt hinaus. Es gibt im Ausland bereits mehrfach Brücken mit Glasbelägen, die sich als dauerhaft erwiesen haben. Durch einen derartigen, mit Siebdruck versehenen Glasbelag, der seitwärts mit LED beleuchtet wird, entstehen Lichtebenen auf dem Fleth als städtebaulich wirksamer, zur Benutzung animierender Akzent und als einzigartige touristische Attraktion. Eine Aussage zur Wirkung durch Streusalz oder Sand im Winterdienst konnte nicht getroffen werden, da keine Erfahrungswerte vorliegen. Aus der Schweiz wurden negative Erfahrungen durch Vandalismus berichtet. 

Kostenfaktor 35.750 Euro (netto) für 5 Brücken

 

Variante D: Brückenbelag aus Niropressgitterroste:

Das Büro studio42, Wuttke Architekten legte ein Muster vor, welches aus feuerverzinktem Stahl bestand und so nicht dem deutlich glänzenderen Planungsmaterial entsprach. Dieser Brückenbelag ist absolut dauerhaft und unproblematisch bei Defekten. Die Trittsicherheit ist durch den Ablauf des Wassers gewährleistet. Bei dieser Variante handelt es sich um die teuerste Variante.

Kostenfaktor 41.250 Euro (netto) für 5 Brücken.

 

Variante E: Brückenbelag aus Niropressgitterroste mit Glaselementen.

Bei dieser Variante handelt es sich um eine Mischvariante aus der reinen Glasbrücke und der reinen Niropressgitterrostbrücke. Hintergrund dieser Mischvariante ist, der Problematik der fehlenden Erfahrungen im Außenbereich der Glasbrücken in Deutschland entgegen zu wirken. Diese Gestaltung ermöglicht durch Gegeneinandersetzen und Differenzierung der unterschiedlichen Materialitäten (Glitzern/Flirren des Metalls im Gegenspiel zu den Glaselementen) ein spannungsvolles Erscheinungsbild am Tage. Bei Nacht ermöglicht diese Variante die attraktive Beleuchtung der leichten und über dem Wasser schwebenden Stege durch LED-Lichtleisten.

Kostenfaktor 39.750 Euro (netto) für 5 Brücken.

 

Zuerst wird über Variante C abgestimmt:

 

Abstimmungsergebnis:

 

anwesende Mitglieder:

11

davon:

Ja-Stimmen

1

 

Nein-Stimmen

0

 

Enthaltungen

10

 

Als nächstes erfolgt die Abstimmung über die Variante D:

 

Abstimmungsergebnis:

 

anwesende Mitglieder:

11

davon:

Ja-Stimmen

5

 

Nein-Stimmen

5

 

Enthaltungen

1

 

Dann wird über die Variante E abgestimmt:

 

Abstimmungsergebnis:

 

anwesende Mitglieder:

11

davon:

Ja-Stimmen

4

 

Nein-Stimmen

6

 

Enthaltungen

1

 


Die Abstimmung über die Variante A ergibt folgendes Ergebnis:

 

Abstimmungsergebnis:

 

anwesende Mitglieder:

11

davon:

Ja-Stimmen

4

 

Nein-Stimmen

6

 

Enthaltungen

1

 

Abschließend erfolgt die Abstimmung über die Variante B:

 

Abstimmungsergebnis:

 

anwesende Mitglieder:

11

davon:

Ja-Stimmen

2

 

Nein-Stimmen

9

 

Enthaltungen

0

 

Der Vorsitzende stellt fest, dass keine Variante die erforderliche Mehrheit erhalten hat. Nach kurzer Diskussion einigen sich die Ausschussmitglieder auf eine erneute Abstimmung. Dabei soll nochmals über die Varianten abgestimmt werden, die zuvor die meisten Ja-Stimmen erhalten haben. Es handelt sich hierbei um die Variante D (5 Ja-Stimmen), die Variante E (4 Ja-Stimmen) und die Variante A (4 Ja-Stimmen). Da die Varianten E und A die gleiche Anzahl von Ja-Stimmen erhalten haben, wird zuerst eine Abstimmung zwischen diesen beiden Varianten erfolgen. Die Variante mit den meisten Stimmen aus dieser Abstimmung heraus, wird dann in einer abschließenden Abstimmung der Variante D gegenübergestellt. Variante D hatte bei der ersten Abstimmung mit 5 Stimmen insgesamt die meisten Ja-Stimmen einer Variante bekommen.

 

Die Abstimmung zwischen der Variante E und der Variante A ergibt folgendes Ergebnis:

 

Für die Variante A entscheiden sich 4 Mitglieder des Bauausschusses und für die Variante E stimmen 6 Bauausschussmitglieder. Der Vorsitzende stellt fest, dass damit in der abschließenden Abstimmung zwischen der Variante D und der Variante E zu entscheiden ist.

 

Bei der abschließenden Abstimmung erhält die Variante D 5 Ja-Stimmen und die Variante E nur 4 Ja-Stimmen. Der Vorsitzende Herr Dr. Lück stellt zusammenfassend fest, dass nunmehr folgendes beschlossen worden ist: „Der Bauausschuss beschließt, dass der Brückenbelag in Variante D bei den fünf Fußgängerbrücken zu verwenden ist.“