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Auszug - Sonderparkberechtigungen für Soziale Dienste und Ärzte  

Sitzung des Bauausschusses
TOP: Ö 15
Gremium: Bauausschuss Beschlussart: zurückgestellt
Datum: Di, 17.03.2015 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:00 - 20:57 Anlass: Sitzung
Raum: Ratssaal des Rathauses
Ort: Am Markt 4, 25348 Glückstadt
/2015/023 Sonderparkberechtigungen für Soziale Dienste und Ärzte
   
 
Status:öffentlich  
 
Beschluss
Abstimmungsergebnis
Wortprotokoll

In Kenntnis der Drucksache ergeht folgender Beschluss:


 

 

Die Beschlussfassung wird vertagt.

 


Abstimmungsergebnis:

 

anwesende Mitglieder:

9

davon:

Ja-Stimmen

7

 

Nein-Stimmen

0

 

Enthaltungen

2

 

 


Gang der Beratung:

 

Die Sitzung des Bauausschusses wird von 20:15 Uhr bis 20:17 Uhr unterbrochen.

 

Herr Blasberg geht auf die Zahl der ausgestellten Sonderparkberechtigungen ein, nämlich:

 

 

Anschrift

Anzahl Ausweise

Pflegedienst

Am Hafen

22

Pflegedienst

Steinburgstraße

7

Pflegedienst

Rhinstraße

6

Pflegedienst

Elmshorn

5

Pflegedienst

Gr. Kremper Straße

6

Pflegedienst

Blumenstraße

2

Pflegedienst

Bolehörn

1

Hebammenpraxis

Am Fleth

1

div. Ärzte

Am Fleth

7

 

 

gesamt                   57

 

Ein Pflegedienst hat auf seine Situation mit Mail vom 16. März 2015 hingewiesen:

 

„Sehr geehrte Damen und Herren,

 

anlässlich der bevorstehenden Thematik im Stadtausschuss möchten wir als ortsansässiger Pflegedienst zum Thema „Parkausweise für Pflegedienste“ Stellung nehmen.

Unsere Situation stellt sich wie folgt dar:

Wir versorgen tagtäglich über 100 Patienten in teils geplanten oder auch notfallmäßigen Einsätzen.

Von der Geschäftsführung werden 4 Einsatzfahrzeuge dafür gestellt (und zwei Fahrzeuge für Pflegedienstleitung und Pflegeberaterin) also insgesamt 6 firmeneigene Dienstfahrzeuge.

Diese reichen aber für die tagtäglichen Touren bei weitem nicht aus und so wird bei Neueinstellung von Mitarbeitern auch eine Nutzungsvereinbarung für private PKW´s abgeschlossen. Die Mitarbeiter stellen also ihre Privatautos zu Dienstfahrten zur Verfügung. Aufgrund der ständig wechselnden Touren ist es nicht möglich vorherzusagen, welcher Mitarbeiter wann sein Privatauto nutzen muss und wann ein Dienstwagen zur Verfügung steht.

Am Vormittag sind zum Beispiel alle Dienstwagen und noch ca.3 Privatwagen unterwegs, plus Hauswirtschafts- und Betreuungskräfte in Privatautos. Wenn die Mitarbeiter dann gegen Mittag zur Station zurückkehren wissen sie nicht, wer wann das nächste Mal mit den Dienstwagen fährt. Dies kann innerhalb der nächsten Minuten oder auch länger als 2 Stunden sein. Daher benötigt man dann auf jeden Fall einen Parkausweis und nicht nur für 2 Stunden eine Parkscheibe.

Da wir zu jedem Kunden einen Versorgungskorb mit Notfallutensilien und  täglich auch anderes Material (Verbandsmaterial, Medikamente, Inkontinenzmaterial etc.) mitnehmen sind kurze Wege gerade auch aufgrund der doch sehr knapp bemessenen Zeit (welche nicht von uns so knapp bemessen wird) sehr wichtig.

Hier möchten wir kurz ein Beispiel anführen: für eine Medikamentengabe werden 3 Minuten veranschlagt inklusive Dokumentation, für einen Verbandswechsel egal wie aufwendig 10 Minuten etc. Auch uns ist daran gelegen möglichst viel Zeit beim Patienten zu verbringen und nicht durch Bürokratie wie Parkuhren stellen, Parktickets ziehen etc. zu verlieren.

Wir haben gerade im Innenstadtbereich (kleiner Schwibbogen, großer Schwibbogen, Am Markt und am Kirchplatz, Nübelstraße, Gr. Deichstraße…) viele Patienten in der täglichen Versorgung oder auch Arzt- und Therapiebegleitungen  einen Betreuungsdienst, der die meist stark geh-eingeschränkten Patienten abholt. Kurze Wege sind da ebenso unabdingbar. Hier mit Parktickets zu arbeiten wäre unmöglich, u.a. weil die Kosten auf Dauer definitiv zu hoch wären. Wir müssten dies an die Kunden weiterleiten.

Zur Notfallsituation:

Wir betreuen viele Kunden in der 24h-Rufbereitschaft.

Das heißt, wir werden von den Kunden selbst oder einem Hausnotrufsystem verständigt, wenn eine akute Hilfsbedürftigkeit wie Sturz oder Ähnliches aufgetreten ist. Die zuständige Kollegin ist nicht die ganze Zeit vor Ort, sondern außerhalb der Bürozeit reist sie von zu Hause an, um dann in der Station sich die Notfallsachen zu holen und mit einem Dienstwagen schnell loszufahren. Wenn sie jetzt für ihren Privatwagen erst noch lange einen Parkplatz suchen muss, geht evtl. noch unnötige Zeit verloren und einige unserer Mitarbeiter könnten keine Rufbereitschaft mehr übernehmen, da sie eh schon recht weit weg wohnen.

Unsere Patienten sind sehr froh über diese Einrichtung, die es doch vielen lange erlaubt zu Hause zu leben und viel Sicherheit gibt. Wir haben zunehmend das Problem geeignetes Personal für diesen verantwortungsvollen und schweren Beruf zu finden.

Wenn sich die Bedingungen für Mitarbeiter immer schlechter gestalten, Wege länger und beschwerlicher werden, Kosten höher, Möglichkeiten geringer, macht dies den Job nicht attraktiver.

Gerade zur Zeit befinden wir uns in einem Aufnahmestopp, da wir die Versorgung weiterer Patienten gar nicht mehr personell gewährleisten können.

Jeder von uns wünscht sich im Alter kompetente und schnelle Hilfe zu Hause. So lange er diese Hilfe noch nicht benötigt ärgert ihn als „gesunder Mensch“ vielleicht zwei Schritte weiter zum Auto zu laufen, weil der Parkplatz direkt vor der Tür gerade von einem Pflegedienstauto oder Taxi o.ä. blockiert ist. Später ist man froh, dort einsteigen zu können oder schnelle Hilfe zu bekommen.

Wir haben für die Parkausweise bisher genauso bezahlt wie alle Anwohner (und sind natürlich auch bereit dies weiterhin zu tun), aber wenn dann Schilder wie am Hafen direkt vor der Station aufgestellt werden, wo wir eindeutig ausgenommen werden aus der Parkerlaubnis kommen schon ein paar Fragen auf:

-Es gab immer noch freie Plätze und ab Haus Nr.3 gibt es ja direkt am Fahrbahnrand auch noch Parkmöglichkeiten. Jetzt parken wir dort. Wenn die Anwohner sich jetzt auch beschweren, was dann?

-Sollen die Plätze am Nettchen etwa für Touristen frei bleiben? Sind uns die Touristen wichtiger als unsere Bewohner. Und können Touristen nicht am Rethövel parken?

-Wenn Anwohner aus dem Haus Nr.1 einen Parkausweis hätten, hätte man sich dann auch beschwert? Und bei dem großen Haus wären mehrere Anwohner mit PKWs ja durchaus denkbar.

 

Wir bitten unsere Situation mal zu bedenken. Stehen für Fragen natürlich jederzeit zur Verfügung und verbleiben mit dem Wunsch einer weiterhin guten Zusammenarbeit im Sinne gerade der älteren Bewohner Glückstadts

 

Mit freundlichen Grüßen“

 

 

Herr Rohleder stellt den Antrag, die Beschlussfassung:

 

a)     Ab dem 01.01.2016 werden für soziale Dienste Sonderparkrechte nur noch für diejenigen Fahrzeuge gewährt, die auf den Pflegedienst, nicht auf Privatpersonen, zugelassen sind.

 

b)     Für Arztpraxen werden keine „eigenen“ Parkplätze reserviert.“

 

zu vertagen, damit in den Fraktionen ggf. Lösungen entwickelt werden könnten.

 

 

Abstimmungsergebnis:

 

anwesende Mitglieder:

9

davon:

Ja-Stimmen

7

 

Nein-Stimmen

0

 

Enthaltungen

2