Warnung vor Abkopplung: Bahn AG Glückstadt fordert Halbstundentakt nach Hamburg
Die parteiübergreifende Bahn AG Glückstadt fordert vom Land Schleswig-Holstein eine deutlich bessere Bahnanbindung der Unterelbe-Region. In einer Stellungnahme zum Entwurf des Nahverkehrsplans 2027–2031 verlangt die Arbeitsgemeinschaft einen verbindlichen Halbstundentakt zwischen Glückstadt und Hamburg sowie eine Garantie für den dauerhaften Halt der Marschbahn in Glückstadt.
„Für eine Stadt in der Metropolregion Hamburg ist ein Halbstundentakt kein Luxus, sondern Mindeststandard“, erklärt die Bahn AG. Ohne dichtere Verbindungen drohe die gesamte Region im Pendlerverkehr weiter ins Hintertreffen zu geraten. Auch die Fahrrad-GlücksRouten würden dadurch an Bedeutung verlieren.
Mit Sorge blickt die Arbeitsgemeinschaft auf mögliche Änderungen der Marschbahn-Strecke zwischen Elmshorn und Itzehoe. Sollte künftig eine direkte Verbindung über Horst genutzt werden, könnten Züge Glückstadt nicht mehr erreichen.
Massive Folgen für Pendler und die regionale Entwicklung befürchtet
„Das wäre eine faktische Abkopplung vom Hauptnetz der Westküstenbahn“, warnt die Bahn AG. Das Land müsse deshalb klarstellen, welche Folgen mögliche Streckenänderungen für Pendler und die Entwicklung der Region hätten. Neben Glückstadt sieht die Bahn AG auch Tornesch als wichtigen Pendlerstandort im Unterelbe Korridor. Beide Städte müssten gemeinsam gedacht werden.
Neben einem dichteren Takt fordert die Arbeitsgemeinschaft auch eine Prüfung der Infrastruktur am Bahnhof Glückstadt, etwa eine Verlängerung des Bahnsteigs für längere Züge. Letztere könnte längere Züge ermöglichen und die Voraussetzungen für stabilere Takte schaffen. Auch diese Maßnahme müsse im Nahverkehrsplan geprüft werden.
„Wer die Verkehrswende will, muss auch für verlässliche Bahnverbindungen sorgen – gerade in der Unterelbe-Region“, so die Bahn AG.