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02.09.2020

Bauen bewegt! Eine Kolumne

Baustellenschild mit Pylonen

Liebe Glückstädterinnen,
liebe Glückstädter!

War’s das mit dem Sommer? Das erste Weihnachtsgebäck ist bereits in den Regalen zu finden! Schade, wird jetzt manch einer denken. Andere erfreuen sich an den kühleren Temperaturen und/oder knappern am Gebäck.

Noch schlimmer als die in den oberen Etagen des Rathauses schwitzenden Kolleginnen und Kollegen, dürften die in praller Sonne arbeitenden Bauleute unter der Hitze gelitten haben. Baustellen gibt es ja derzeit in Glückstadt genug. Daran wird sich sobald auch nichts ändern - im Gegenteil: Die Maßnahmen bleiben eine Herausforderung für alle Verkehrsteilnehmer und insbesondere auch für betroffene Anwohner*innen.

Wo fange ich an? Zunächst geht es in der Flensburger Straße, in der Namenlosestraße und in unserer Fußgängerzone weiter. Auch die Erneuerung der Brückenbauwerke an der Stadtstraße wird uns weiter beschäftigen und am Fleth werden einige Veränderungen vorgenommen. Zusätzlich rücken schon gleich nach dem Winter in der Friedrich-Ebert-Straße die Bagger an. Bis Ende 2021 werden dort alle Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert und die solange gesperrte Straße schick gemacht.  Voraussichtlich im 1. Halbjahr kommt es zu weiteren einige Wochen dauernden Sperrungen, wenn am Janssenweg für das neue Wohngebiet (alle Beteiligten ringen darum!) ein Linksabbieger gebaut wird. Gleich nach den Matjeswochen 2021 beginnen unter mehrmonatiger Vollsperrung die Arbeiten zum Bau eines verkehrsberuhigten Geschäftsbereiches am Marktfleth. Shared Space oder gemeinsamer Raum lauten hier die Schlagworte für einen dort entstehenden vom Kfz-Verkehr nicht mehr dominierten öffentlichen Straßenraum.

Eine riesige Herausforderung erwartet alle mit der Deckenerneuerung samt teilweisen Vollausbau der Bundesstraße 431. Betroffen ist der Abschnitt zwischen dem Glückstädter Kreisel Christian-IV.-Straße und dem Blomeweg in der Blomeschen Wildnis. Der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein (LBV) veranschlagt hier ein Zeitfenster von zwei Jahren mit abschnittsweise vorzunehmenden Vollsperrungen und Umleitungen. Der genaue Start steht noch nicht fest. Ich halte Sie auf dem Laufenden.

Um zu den Kollegen*innen in den oberen Etagen zurückzukommen. Dort sitzen unsere Bauleute. Für diese ist es mit den Tiefbauarbeiten nicht getan. Im Hochbau werden die Herausforderungen besonders darin liegen, die finanziellen und personellen Kapazitäten mit den mannigfachen Notwendigkeiten (u.a. Umsetzung Brandschutzkonzept Elbschule, lfd. Instandhaltung), den angestoßenen Maßnahmen (Umbau Jugendzentrum zur Begegnungsstätte für Jung und Alt, Neubau Feuerwache …) und immer wieder neuen Ideen, die es wert sind, geprüft zu werden, in Einklang zu bringen. Auch werden die Verfahren zur Schaffung planungsrechtlicher Voraussetzungen immer komplexer.

Bei allen Vorhaben der Stadt – und dies gilt nicht nur für Baumaßnahmen - besteht der Anspruch, diese möglichst effektiv in der bestehenden Fördergeldkulisse umzusetzen – eine ganz besondere Herausforderung: Die Fördergelder bekommt derjenige, der clever und personell gut ausgestattet in der Lage ist, die unheimlich bürokratischen Anträge überhaupt zu stellen, die Bearbeitung zu verfolgen bzw. einzufordern – und der dann auch noch in der Lage ist, die notwendige Kofinanzierung zu stemmen. Womit wir beim Thema Haushaltsmittel sind. Die diesbezüglichen Abstimmungsgespräche für 2021 starten in diesem Monat. Es bleibt spannend.

Und ja: Mir kann es eigentlich nicht zu warm sein. Und Weihnachtsgebäck im September finde ich einfach furchtbar.

Ihre
Manja Biel