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02.02.2021

Anforderungsprofil: leidenschaftlich, gründlich und ausdauernd

Kolumne der Bürgermeisterin Februar 2021  

Bürgermeisterin Manja Biel

Liebe Glückstädterinnen,
liebe Glückstädter!

Nun behaupte noch einer, in Glückstadt würde sich nicht miteinander auseinandergesetzt. Tatsache ist, die Stadt hat bedauerlicherweise – das mag man mir glauben oder nicht –  einen engagierten Stadtvertreter verloren. Engagiert in dem Sinne, dass viel zeitlicher und persönlicher Einsatz dazugehört, für die Stadt in einer solchen Funktion einzutreten.

Eine Sache wird jedoch nicht allein dadurch wahr, dass man sie vehement vertritt oder Mehrheiten für sie findet. Spätestens seitdem die Begriffe „alternative Fakten“ und „Fake News“ aufgekommen sind, fällt auf - so ist zumindest mein Eindruck - dass in öffentlichen Diskussionen die Beschreibung der Sachlage immer öfter ersetzt wird durch persönliche Wahrnehmungen, die dadurch quasi zur „Wahrheit“ erhoben werden. Dies kommt - gerade bei strittigen Themen - gut an und erspart Einzelnen die lästige Auseinandersetzung mit oft komplexen Fragestellungen. Nach dem Motto: „Ich lass mir meine Meinung doch nicht durch Fakten verderben“, werden Behauptungen aufgestellt, die erstmal große Wellen erzeugen (sollen) und zu dem Zeitpunkt, an dem sie sich relativieren, schon nicht mehr wahrgenommen werden. Es mobilisiert sich zudem leichter „gegen“ als „für“. Es ist nicht immer leicht, sich diesem Sog der Effekthascherei zu entziehen. Gerade für die Arbeit einer Verwaltung ist es jedoch unerlässlich. Auch ist stille Post schon fast Alltag. Nichts desto trotz dürfen wir nicht akzeptieren, dass nichtöffentliche und persönliche Belange aus den politischen Gremien öffentlich werden. Es ist die Aufgabe von Politik und Verwaltung, auf Grundlage von Fakten, unter Beachtung des Rechts und in Abwägung unterschiedlichster Interessen die besten Entscheidungen für die Stadt Glückstadt zu treffen. Dass diese nicht immer die Zustimmung aller finden, liegt in der Natur der Sache. Kritik können wir vertragen. Ist Kritik nicht das Grundelixier der Demokratie? Aber das, was teils in den „sozialen Netzwerken“ zur Arbeit der Glückstädter Verwaltung (und auch der Politik) zu lesen ist, ist in vielen Fällen nicht mehr einfach nur Kritik, sondern Polemik und Meinungsmache. Dem sollten wir alle entgegentreten, denn das Funktionieren unserer Gesellschaft ist angewiesen auf ein gedeihliches Miteinander, auf Kommunikation und Information. Deshalb mein Angebot und meine Bitte: Wenn Sie Fragen und/oder Anregungen zu Entscheidungen der Stadtverwaltung und der städtischen Gremien haben, wenden Sie sich gerne an mich.  Auch stehen Ihnen diverse Informationen auf der Homepage der Stadt zur Verfügung, das Ratsinformationssystem, meine Bürgermeisterinnensprechstunde, die des Bürgervorstehers und ein Onlineformular für Hinweise oder Anregungen – um nur einige Möglichkeiten zu benennen.  
Und noch eine Bitte habe ich: Lassen Sie sich nicht abschrecken. Im Gegenteil, es braucht bürgerliches Engagement für die Stadt – leidenschaftlich, gründlich und ausdauernd (und auch das gibt es).

Bleiben wir also in Kontakt – per Telefon, per Mail und sobald wir können wieder in Präsenz!

Ihre
Manja Biel